Lackerschmid – Schlesinger – Tagliani | 25.05.2003

Donaukurier | Maike Horst
 

„Wenn das einer singen kann, dann die Schtreisand“, soll Attila Zoller mal gesagt haben. Denn seine Komposition „When it’s time“ ist höchst anspruchsvoll, was Tonumfang, Phrasierung und vor allem auch die Intonation angeht. Ja, Barbra Streisand kann das Lied vielleicht singen. Und noch eine: Stefanie Schlesinger. Die Sängerin trat zusammen mit dem Vibrafonisten Wolfgang Lackerschmid und dem Gitarristen Pedro Tagliani beim „Immens“-Festival zu Ehren Zollers im „Birdland“ auf.

Ein wunderschönes Programm aus Zoller- und Lackerschmid-Kompositionen hatte das Trio zusammengestellt – größtenteils brasilianisch angehaucht und durch und durch anspruchsvoll. Beeindruckend war aber nicht nur die Virtuosität der Musiker; beeindruckend war vor allem, wie zurückhaltend sie dennoch agierten. Vor allem Lackerschmid und Tagliani stellten sich ganz in den Dienst der Musik, ließen sich gegenseitig den Raum, den sie benötigten. So dezent und gefühlvoll sie sich aber begleiteten – in den Soloparts legten die beiden Vollblutmusiker richtig los, übertrumpften sich gegenseitig an Einfallsreichtum und Kreativität. So in der „Samba Caribia“, einer feurigen Zoller-Komposition, wo sich Lackerschmid und Tagliani gegenseitig durch die Akkorde jagten. Ganz anders, aber ebenso schön: das verträumte „At twilight“. Gleich einer Plastiktüte im Wind tanzte die Melodie, mal hierhin getrieben, mal dorthin, kurz ruhend, dann wieder aufflatternd. Einfach wunderbar.

Herrlich war auch Stefanie Schlesingers Interpretation des Zoller-Klassikers „Luz do Sol“. Mit ihrer klaren, reinen Stimme, die gleichzeitig so zerbrechlich und kraftvoll klingt, ist sie äußerst balladenstark. Doch Schlesinger kann’s auch im flotten Tempo – das zeigte sie beispielsweise in der Lackerschmid-Komposition „Baiao Kathrin“, bei der sie einer Maria Joao gleich in höchsten Tönen scatete.

Viele andere Zoller-Kompositionen spielte das Trio bei dem Konzert – „The Birds and the Bees“ durfte natürlich nicht fehlen, „Meant to be“ oder auch das „Peace Tune“, das Schlesinger a cappella sang. Den Text zum „Peace Tune“ hat übrigens Lackerschmid geschrieben – wie für so viele Zoller-Kompositionen. „Attila hat sich gewünscht, dass seine Lieder gesungen werden“, erklärt er. Und obwohl der Text für „A Thousand Dreams“ nicht mehr ganz fertig geworden ist, singt Schlesinger trotzdem, „denn die Melodie ist so wunderschön“, erklärt sie.

Zum Abschluss des regulären Programms gab’s dann noch eine Lackerschmid-Komposition zu hören: „Watch You Sleep“, ein launiger Latin-Popsong. Musik, die glücklich klingt und glücklich macht.