Presse

Sandro Roy & Unity Band | 01.10.2022
Donaukurier | Karl Leitner
 

Lange Zeit war des Subgenre des Gypsy Swing ein in sich geschlossener Kos­mos mit dem legendären Django Reinhardt als dem Maß aller Dinge. Dann kam eine Generati­on, die auch mal den Blick über den Tellerrand wagte, Leute wie Gismo Graf und Joscho Stephan. Unter diesem Aspekt betrachtet ist wohl derzeit der Mutigste von allen der Geiger und Gitarrist Sandro Roy, der mit sei­ner Unity Band an diesem Abend im Bird­land in Neuburg zu Gast ist.

Auch Roy spielt Reinhardt, ganz klar, wechselt aber ohne jegliche Grenzformalitäten hin­über in die Bereiche des Main­stream Jazz, interpretiert Film­musik, liebäugelt mit dem Pop, bringt Elemente der Klassik mit ein und hat mit „Funky Unity“ und „Funky in E“ zwei wunder­bare Fusion-Stücke im Pro­gramm, bei denen er Jean-Luc Ponty eindeutig nähersteht als Reinhardts genialen Partner Sté­phane Grapelli. So sehen musi­kalische Abnabelung und Eman­zipation aus. Er selbst sowie der großartige Boris Netsvetaev am Klavier sind die Solisten, Stefan Rey am Kontrabass und Sven Jungbeck an der Gitarre sind die Begleiter. In dieser Hinsicht ist die Band der Tradition verpflich­tet. Ein Rhythmusgitarrist spielt im Gypsy Swing nach herkömm­licher Lesart kein Solo. Bei Roy darf auch er wenigstens einmal zeigen, dass er weit mehr ist als ein menschliches Metronom an sechs Saiten.

Die Combo ist alles andere als eine Sessionband, die überlange Stücke spielen würde. Hier wur­de im Vorfeld knapp und auf den Punkt arrangiert, die Zeit für die Soli ist fest umrissen. Die bis­weilen per Keyboards erzeug­ten Harmoniespuren bleiben unauff­ällig, der Sound ist edel, bei aller Rasanz und trotz der solistischen Kabinettstückchen Roys und Netsvetaevs fast vornehm. Den­noch wirkt hier nichts steril, son­dern im Gegenteil äußerst leben­dig, auch wenn man ab und zu durchaus noch merkt, dass die Band bei den Stücken vom aktu­ellen Album „Discovery“ noch im Studiomodus ist, sich abwei­chende Liverversionen noch nicht entwickeln konnten.

Das Quartett spielt mit höchster Präzision und legt dennoch ei­nen ungemein spritzigen Auftritt hin, – der Grad der Virtuosität ist bei Gypsy-Musikern sowieso kein Thema – der hinsichtlich der Dy­namik keine Wünsche of­fen lässt. Zwischen dem klassi­schen Intro bei „Open Future“, einer wunderschönen kleinen Minia­tur, über das getragene „Precious Life“ bis hin zur Rein­hardt-Komposition „Swing 42“, mit der eine so erstklassige Band wie diese natürlich mächtig ab­räumt, wird keine Nuance ausge­lassen. Eine Sonderstellung im ersten Set nimmt sicherlich der „Bayer Kultur Swing“ ein, weil es ver­mutlich nicht alle Tage vor­kommt, dass sich ein Musiker mit einem Stück ausdrücklich für die Förderung durch einen Che­miekonzern bedankt. Und nach der Pause stehen natürlich Chick Corea’s „Spain“ und Stevie Won­der’s „ You Are The Sunshine Of My Life“ im Mittelpunkt, zwei schon immer großartige Stücke, hier im Birdland vorge­tragen von einer an dieser Stelle beson­ders feurigen, und ebenfalls groß­artigen Band.


Howard Alden – Stephan Holstein Quartet | 30.09.2022
Neuburger Rundschau | Reinhard Köchl
 

Ein Geist spielt mit. Tatsächlich? Manchmal hat man an diesem Abend im Neuburger Birdland-Jazzclub durchaus den Eindruck. Da stehen beziehungsweise sitzen vier Männer auf der Bühne, verwirklichen ein Projekt, dessen Idee ursprünglich von einem Toten stammt, immer wieder – fast bei jedem Song – fällt der Name „Helmut“, und manchmal klingt sogar der amerikanische Stargast wie sein im Februar 2020 verstorbener Regensburger Freund. Tatsächlich hält Howard Alden eine siebensaitige Benedetto-Gitarre in Händen, die frappierend an Helmut Nieberle erinnert, der sich zu Lebzeiten ebenfalls für diese außergewöhnliche Erweiterung seines Klangspektrums entschieden hatte. Daneben beleben der Klarinettist und Tenorsaxofonist Stephan Holstein, der Bassist Wolfgang Kriener und der Schlagzeuger Scotty Gottwald, allesamt Nieberles Leib- und Magen-Mitmusiker, den „Spirit“ des alten Kumpels. Ist das Ganze also womöglich ein Helmut-Nieberle-Gedenkkonzert? Zum Glück doch nicht so ganz!

Der Wunsch, die Songs des populären Trompeters Louis Armstrong in ein trompetenloses Quartett zu gießen, geht auf den charmanten, empathischen und grandiosen Gitarristen zurück. Nun setzen ihn Alden, Holstein, Kriener und Gottwald posthum in die Tat um – gut gelaunt und nicht etwa gedrückt, spielfreudig, risikobereit und ganz im Sinne Nieberles, der Titel wie den „Wild Man Blues“ aus „Satchmos“ Hot Five- und Hot Seven-Ära sowie „Cʼest Si Bon“ oder „Struttinʼ With Some Barbecue“ über alles liebte. Sie bleiben stets nah am Original, dezent federnd swingend, ein Bad im Meer der bunten Harmonien nehmend, der liedhaften Gassenhauer, die viele von schon irgendwo schon einmal gehört haben. Dass das Armstrong-Revival aber nicht zu einem eindimensionalen Abspulen von Hits gerät, sondern einen großen Umgriff in der facettenreichen Karriere des vielleicht populärsten Jazzmusikers aller Zeiten bietet, ist das eigentliche Verdienst dieser Combo. Die vier geben sich allen Raum, um zu glänzen, und vermeiden es tunlichst, die anderen in Grund und Boden zu spielen. Hier geht es nur um das Ensemble, seinen Gesamtklang und die möglichst optimale Entfaltung der einzelnen Evergreens. Jedes Solo dient als Mittel zum Zweck. Etwa bei Bassist Wolfgang Kriener, der seine groovenden Basslinien auf ungewöhnliche Weise mit seinem Unisono-Scatgesang verknüpft und dadurch eine anregende Klangfarbe kreiert. Oder der feine, auf Zehenspitzen trommelnde Scotty Gottwald, der fast das gesamte Konzert hindurch mit Besen hantiert.

Hektik? Nicht mit dieser Band! Sie baut jedes Thema entspannt auf, verziert es liebevoll und zelebriert es mit maximalem Genuss, auch wenn nicht jeder Break punktgenau sitzt. Stephan Holstein offeriert zum wiederholten Mal seine gewachsenen Fähigkeiten, auf dem Saxofon Geschichten von ähnlicher Tiefe zu erzählen, wie ihm dies schon seit Jahrzehnten auf der Klarinette gelingt. Und Howard Alden, dieser vielfach dekorierte und mit Lorbeeren überhäufte Gitarrero, überrascht seine Mitstreiter und auch sich immer wieder mit schier verhexten Grifffolgen, die federleicht klingen, obwohl andere sich dabei die Finger brechen würden. Im Gegensatz dazu stehen seine Gesangsintermezzi bei „Cheek To Cheek“ oder „Up The Lazy River“, die ihn – gelinde gesagt – auf sehr, sehr, sehr dünnes Eis führen.

Dennoch bleiben vor allem die kleinen, kongenialen Zwiegespräche im Gedächtnis. Das Intro, das nur der shuffelnde Gottwald und der auf einer Harmoniewelle surfende Holstein zu „Struttinʼ…“ kredenzen, die niemals geschwätzigen Dialoge der Saiten von Alden und Kriener im lässig dahinschlendernden Swing-Modus, die jedes Ohr automatisch auf Empfang stellen. Oder Nieberles „The Jazz Guitar Player“ und „October Mist“ als Zugaben, vorgetragen mit der Gelöstheit von Stride-Pianisten: hüpfend, anregend und entspannend zugleich. Und wer am Schluss tatsächlich eine zweite Gitarre zu hören glaubt, bei dem hat der Zauber dieser Musik exakt die richtige Wirkung entfaltet.


Howard Alden – Stephan Holstein Quartet | 30.09.2022
Donaukurier | Karl Leitner
 

Die Idee stammt von dem im Februar 2020 ver­storbenen Regensburger Gitarris­ten Helmut Nieberle. Er hatte Stücke aus dem Repertoire oder der Feder seines Idols Louis Armstrong ausgewählt, selber neue Arrangements für sie ge­schrieben und wollte sie mit gu­ten Freunden live spielen, zual­lererst auch in seinem Lieblings­club, dem Birdland in Neuburg. Doch dazu kam es nicht mehr.

An diesem Abend wird nun der Plan in die Tat umgesetzt, mit Verzögerung zwar, aber für ein Konzert im Gedenken an einen guten Freund ist es ja nie zu spät. Der amerikanische Gitarrist Ho­ward Alden, Stephan Holstein an der Klarinette und am Tenor­saxofon, Wolfgang Kriener am Kontrabass und Scotty Gottwald am Schlagzeug widmen sich also dem „Basin‘ Street Blues“, dem „High Society Rag“ und „Swing That Music“. Holstein, die All­zweckwaffe für alles was swingt und groovt, mit seinem vollen Ton und seinem Gespür für die ideale Melodieführung, Alden mit sei­nen gitarristischen Extra­vaganzen auf dem siebensaitigen Instrument, das auch Nieberle spielte, dazu eine tighte und mannschaftsdienliche Rhyth­musgruppe – ja, das Konzept funktioniert, die Fans im Saal sind überaus angetan und am Ende stehen immerhin zwei Zu­gaben.

Nun sind diese vier Herren ja beileibe nicht die einzigen, die posthum Armstrong zu Gehör bringen. Wo also liegt das Be­sondere? Erstens an den neuen Arrangements Nieberles speziell für diesen Anlass, zweitens an der Herangehensweise. Arm­strong stand für Brillanz und im­mense Kreativität, hatte eine in­tellektuelle Komponente. Er war aber mitunter auch Stimmungs- k­anone, teils auch in über­drehter Form, Unterhaltungsmusik­er eben. Immer aber war und ist seine Musik voller Gefühl für den Song, für die Ge­schichte hinter dem Song, für seine Hei­matstadt New Orleans, ist voller Schön­heit, zeugt von Sensibili­tät. Arm­strong war ein Ästhet, Nieberle auch, und die Band schafft es, im Konzert all diese Faktoren zu verbinden. Man darf mitgrooven, man darf ausgelas­sen applaudie­ren, man darf still genießen und man darf träumen.

Zudem gibt es ganz spezielle Aspekte. Einen Bassisten, der aus­nahmslos jedes seiner Soli stimmlich begleitet, einen Drummer, der das komplette Kon­zert hindurch ausschließlich mit den Besen arbeitet und für ei­nen überaus angenehmen, wei­chen Puls sorgt, die Regensbur­ger Flötistin Franziska Forster, die vor der Pause als Spontan­gast bei zwei Stücken einsteigt und sofort in die Band integriert wird. Aber auch Howard Alden, der im zweiten Teil des Konzerts immer wieder mal ans Gesangs­mikrofon tritt, was keine so gute Idee ist, denn als Gitarrist ist er wirklich ein Ass, als Sänger eher nicht.

In der zweiten Zugabe verbeugt sich die Band dann noch einmal ganz tief vor Helmut Nieberle und spielt, ganz zart und feinfüh­lig, dessen „October Mist“, das er einst mit Cordes Sauvages eingespielt hat. Was für eine schöne Geste.


Tamir Hendelman Trio | 24.09.2022
Neuburger Rundschau | Peter Abspacher
 

Die klassische Jazz-Triobesetzung mit Klavier, Bass und Schlagzeug zu einer stimmigen, wirklichen Einheit zu bringen, ist keine leichte Übung. Diese Formation hat nur ein echtes Melodie- und Harmonieinstrument, die Mitstreiter des Mannes am Klavier, also der Drummer und der Bassist, müssen sich in die vergleichsweise privilegierten Möglichkeiten des Tastenkünstlers hineinfügen. Daraus entsteht nicht immer eine musikalische Einheit.

Das Tamir Hendelman Trio hat diese kleine Klippe vor einem stimmigen musikalischen Gesamtbild grandios umschifft. Alex Frank am Bass und German Cornet am Schlagzeug zeigen, auch wenn sie gerade nur ein paar leise Töne zu spielen haben, auf frappierende Weise präsent. Das manchmal überstrapazierte Bild von der Augenhöhe mit dem Bandleader Hendelman am Bösendorfer-Flügel trifft da voll zu.

Mit ihren Soli begeistern Bassist und Drummer zwischendurch oft genug ihr Publikum, mit Virtuosität und musikalischer Tiefe. Aber das ist nicht das Entscheidende für dieses Trio als Jazz-Einheit. Bass, Schlagzeug und Klavier klingen hier aus einer durchgehenden Idee heraus in einer swingenden Spiellust zusammen, es kommt ein zugleich kraftvoll und mit Leichtigkeit ins Werk gesetzter, hochspannender Sound über die Rampe.

Der Pianist Tamir Hendelman stellt seine lyrischen Passagen – etwa in dem Song „On the street, where we live“ aus dem Musical My fair lady – oder seine wilden Ritte über die komplette Tastatur als Angebot an Bass und Schlagzeug in den Birdland-Keller. Ein Angebot zum Musizieren aus einem Guss, die man unmöglich ablehnen oder auch nur ein bisschen überhören kann.

Stücke wie „Night train“ von Oscar Peterson und „My song“ von Keith Jarrett gelingen dem Trio vom ersten bis zum letzten Ton auf eine so überzeugende Weise, dass man glaubt, diese großen Jazzklassiker immer schon genau mit diesem Arrangement gehört und geliebt zu haben. Dieser leuchtende rote Faden zieht sich als Markenzeichen durch das ganze Konzert.

Die weite Welt des Jazz lebt von der Freiheit, vom der Improvisation, von verwegenen und auch etwas verrückten Einfällen. Ein tolles Stück mit all diesen Elementen lieferte German Cornet mit einem langen Schlagzeug-Solo. Was dieser Jazzer mit seinen Sticks und Besen den Becken und Trommeln entlockte, am Ende auch mit seinen bloßen Händen, war umwerfend. Präzise, farbenreich, mit stupenden Rhythmuskapriolen auf eine selbstverständliche, charmante Art.

Solche Züge bot auch der Mann am Bass in vielen Varianten. Bei seinem mit dem Bogen gespielten Mireiille-Matthieu-Song „Schau mich bitte nicht so an“ erlaubte sich Alex Frank aber erstaunliche Intonationstrübungen. Jazzer können und sollen viele Freiheiten herausnehmen. Die Freiheit des nicht ganz sauberen Spiels gehört eher weniger dazu.


Tamir Hendelman Trio | 24.09.2022
Donaukurier | Karl Leitner
 

Dies ist das 233. Kon­zert der Birdland-Reihe „Art Of Piano“, in dem der clubeigene Bösendorfer-Flü­gel im Mittelpunkt steht. Etliche gran-dio­se Pianisten haben ihn bereits be­spielt, und der in Tel Aviv geborene und in Los Angeles lebende Tamir Hendel­man, diese Weltmacht an 88 Tasten, ist ab sofort einer davon.

Es scheint, als setze sich die in der ers­ten Hälfte 2022 mit den sensationellen Auftritten von Jacky Terrasson, Emmett Cohen und Craig Taborn von einem Hö­hepunkt zum nächsten jagende Reihe nahtlos fort. Nun also Hendelman, dem Oscar Peterson, sein erklärtes Vorbild, höchstpersönlich größten Respekt zollte, der nicht nur der heimliche Star des Clayton-Hamilton-Orchestra ist, sondern durchaus auch mal Leute vom Kaliber einer Barbra Streisand oder Natalie Cole begleitet. Wenn Zeit dafür bleibt und er nicht zusammen mit dem Kontrabassis­ten Alex Frank und dem Schlagzeuger Germain Cornet im eigenen Trio unter­wegs ist.

An den Tasten makellos, virtuos, ja magisch, als Komponist eigener Stücke wie „Playground“ und „Babushka“ Er­finder hinreißender Melodien, als Arran­geur sensationell. Es gibt ja etliche Kol­legen, die sich Oscar Peterson als per­sönliches Idol und als Quelle für die ei­gene Kreaktivität auserwählt haben, und es gibt etliche Jazzmusiker – recht häu­fig in der Tat Pianisten – , die bereits eta­blierte Stücke aus der Jazzliteratur neu interpretieren, aber Hendelman’s Art, etwa „On The Street Where You Live“ aus My Fair Lady, Horace Silver’s „The Cape Verdean Blues“, Herb Brown’s „You Stepped Out Of A Dream“ oder gar Maurice Ravel’s Le Tombeau De Coupe­rin“ einen komplett neuen Anzug zu ver­passen, ohne den alten wirklich restlos zu entsorgen, verrät echte Meisterschaft.

Plötzlich taucht völlig überraschend an unerwarteter Stelle eine neue harmoni­sche Wendung auf, verläuft ein Stück, das man doch zu kennen glaubte, in eine völlig unvorhersehbare Richtung, wird – wie bei „I’m Getting Sentimental“ ein Big Band-Arrangement ohne jegliche Unwucht in die Trio-Sprache übersetzt. Man ist bei Hendelman vor Überra­schungen nie gefeit, bewegt sich jedoch gefühlt immer auf sicherem Terrain. Be­reits nach dem zweiten Takt hat er einen am Wickel und lässt einen auch bis zum letzten Akkord nach knapp zwei Stunden und zwei Zugaben nicht mehr los. Er hat hinreißende Balladen im Programm, etwa „Sycamore“ als Andenken an sei­nen Vater, ist erdverbunden wie bei dem seiner Tochter gewidmeten „Blues For Zoe“, sprüht nur so vor Dynamik, ent­facht zusammen mit seiner absolut tigh­ten Band gehörig Druck und hat mächtig Dampf im Kessel. Oder er lässt die Sa­che auf kleiner aber ungemein heißer Flamme köcheln, je nachdem, was das Stück und die jeweilige Situation erfor­dern.

Schwachpunkt? Keiner. Er gibt ein Konzert der Superlative an diesem Abend im Birdland, dieser Tamir Hen­delman. „Der haut uns heute hier alle aus den Socken“, sagt ein völlig begeisterter Konzertbesucher bereits nach dem ersten Stück. „Ist das nicht der Wahnsinn?“ fragt ein anderer nach der letzten Zuga­be. – Nun ja, in wörtlichen Sinne viel­leicht nicht. Aber in übertragenem doch ziemlich nah dran.


Randy Brecker & The AMC Trio + 1 | 23.09.2022
Neuburger Rundschau | Reinhard Köchl
 

Die Trompete ist der Star. Oder vielleicht doch die Mannschaft? Dass die meisten an diesem Abend nur wegen Randy Brecker ins Neuburger Birdland gekommen sind und den Keller unter der Hofapotheke bis auf den allerletzten Platz ausverkaufen, steht außer Frage. Der Amerikaner, die noch lebende Hälfte der legendären Brecker Brothers, jener sagenumwobenen Fusion-Funkband der 1970er und 1980er Jahre, versteht es immer noch, mit der Magie seines Horns Menschen zu verzaubern. Wie brillant der New Yorker auch mit 76 Jahren spielt – gerade für Trompeter ein kritisches Alter – überrascht bei genauem Hinhören jeden. Viele werden nach dem Konzert im Hofapothekenkeller sogar behaupten, er sei nie besser gewesen. Breckers strahlende Highnotes sitzen auf den Punkt, brodelnde Growls platziert er geschickt zwischen federnden Gleittönen, meist in atemberaubender Geschwindigkeit, seine perfekte Phrasierung veredelt jedes noch so belanglose Thema.

Gretchenfrage: Wer kam wegen des AMC-Trios? Wohl keiner. Weil bis dato auch niemand die Jungs aus der Slowakei kannte. Aber wen ein Randy Brecker für würdig erachtet, an seiner Seite zu musizieren, der muss selbstverständlich eine gewisse Klasse, Brillanz und Fantasie besitzen. Und an diesem Abend haben Pianist Peter Adamkovic (steht für das A), Bassist und Bandleader Martin Marincak (M), sein Bruder Samuel Marincak (als Gast mit dem Zusatz „+1“) an der Gitarre sowie Schlagzeuger Stanislav Cvanciger (C) unter Garantie einige neue Fans hinzugewonnen. Die „Drei plus“ punkten beherzt und leidenschaftlich mit fusionlastigen – offenbar ganz auf ihren prominenten Mitmusiker zugeschnittenen – Themen, die sie augenscheinlich locker aus dem Handgelenk schütteln, die von ihrem Aufbau aber keineswegs leicht zu realisieren sind und immer eine gewisse melancholisch-slawische Grundstimmung in sich tragen. Adamkovic, die beiden Marincaks sowie Cvanciger entwickeln dabei die rare Eigenschaft eines musikalischen Allesklebers, der selbst unvereinbare Elemente bombensicher zusammenschweißt.

Bestes Beispiel dafür ist die eigentlich kaum funktionierende Allianz eines akustischen Flügels mit der mitunter ziemlich grellen Stromgitarre. In dieser Band aber führt sie zu dezent illuminierten Kontrasten. Auch wenn Samuel Marincaks Saiteninstrument in Titeln wie „One Way To My Heart“ mitunter scheppert und schrappt, bündeln Peter Adamkovic und Bruder Martin immer wieder den Sound zu einem feinen, schlanken Klangprisma, im Hintergrund unscheinbar gelenkt von dem nuanciert tickenden Schlagzeuger Stanislav Cvanciger. Überhaupt ist es einfach angenehm, im Hofapothekenkeller auch einmal eine Gitarre dieser Machart zu hören, die unter Beweis stellt, dass sie entschieden mehr kann, als nur laute Rockriffs in die Kellerluft schicken.

Eines wird einem freilich schon nach wenigen Sekunden des Konzertes sonnenklar: Die gesamten 120 Minuten geraten zum perfekten Œuvre für die hinreißende Kunst eines Randy Brecker. In Songs wie „Take It Easy“, „Travel With Me Babe“, Pail Is Real“ oder „Never Going To Lose My Head Again“ rollt das AMC-Trio einen dezenten, nie überfrachteten Klangteppich auf, der der bescheidene Stargast nach allen Regeln der Improvisationskunst als Plattform verwendet. Dabei übernehmen sowohl seine virile Trompete wie auch sein samten-geschmeidiges Flügelhorn unscheinbar die Funktion eines harmonischen Korrektivs, der viele Kleinigkeiten begradigt oder allzu glatte, liedhafte Fusion-Passagen bravourös und virtuos aufraut. Die Ehrfurcht der slowakischen Musiker für ihren amerikanischen Freund geht so weit, dass sie den Platz für Solos zu gefühlt 90 Prozent ihm überlassen und selbst nur äußerst zurückhaltend in Erscheinung treten, obwohl es dafür in punkto Qualität eigentlich keinen Grund gäbe. Das hätte es bei aller gebotenen Wertschätzung nun wirklich nicht gebraucht!
Die alten Brecker-Fans und neuen Anhänger des AMC-Trios danken es den fünf Instrumentalisten jedenfalls mit langanhaltenden Ovationen und erklatschen sich zwei langen Zugaben, darunter ein modernisiertes slowakisches Volkslied in prickelndem, fließendem ¾-Swing, gewürzt mit einem lyrischen Flügelhorn, das sich wie Watte anfühlt, besser: anhört, und für das Randy Brecker erst kurz Sekunden vor dem ersten Takt die Notenblätter gereicht bekam. Herrlich!


Randy Brecker & The AMC Trio + 1 | 23.09.2022
Donaukurier | Karl Leitner
 

Eine neue Com­puter-Software? Ein soeben auf den Markt geworfenes Hybrid-Fahrzeug? – Nein, die Initialen von Peter Adamkovic (Klavier), Martin Marincak (Kontrabass) und Stanislav Cvanciger (Schlagzeug). Die drei kommen aus der Slovakei und ergeben zusammen ein Piano-Trio, das sich ganz dem Mainstream Jazz ver­schrieben hat, und zwar der Variante, die sich dem Rock annähert. Hinsichtlich des Konzerts, das die drei gleichberech­tigten Instrumentalisten und Komponis­ten im Neuburger Birdland Jazzclub ge­ben, ist das aber längst nicht alles.

Verstärkt um den Gitarristen Samuel Marincak und zusammen mit dem legen­dären Trompeter Randy Brecker laden sie mit geschmackvollen, angenehm zu hörenden Melodien ein zu einem Trip in Richtung Fusion, Rock und sogar Folk und spielen genau das, womit sie, dem Applaus und den beiden stür­misch gefor­derten Zugaben nach zu ur­teilen, an­scheinend den Nerv des Publi­kums punktgenau treffen. „Music For The Peo­ple“ heißt ei­nes der Stücke des Abends, und das stimmt absolut.

Immer wenn es geht, lädt das Trio sich Gäste ein. Ulf Wakenius, Philip Catheri­ne, Bill Evans und Eric Marienthal schlüpften bereits in die Rolle des „Gast­stars“, nun trifft es Randy Brecker. „Die­se Songs kommen mir als Trompeter sehr entgegen“, sagt er im Konzert, und Wakenius attestierte ihnen auf ihrer Homepage: „Sie haben ein außerge­wöhnliches Talent für schöne Melodien mit osteuropäischem Einschlag“. Die Melodien, ja, sie sind die Basis. Fast im­mer beginnen die Kompositionen mit ei­ner kleinen Figur der Gitarre oder des Klaviers, dann folgt das Thema, poppig aber auch irgendwie unwiderstehlich. Ab diesem Zeitpunkt „läuft“ die Nummer, groovt, pulsiert. Dann geht es mal weni­ger, mal mehr in Richtung Rock. Der Grad der Elektrifizierung, der Verstär­kung und der Lautstärke, die Sounds des Gitarristen, dessen verzerrte Soli und Feedbacks, der von den Becken auf Hi Hat und Sna­re Drum verlagerte Beat des Schlagzeugers, diese Einzelteile ergeben ein Klangbild, das man eher mit Rock in Verbindung bringt, gehören aber nun mal zu dessen Stilmitteln. Und ja, es gibt so­gar reine Rockstücke im Programm. Wo­bei die stilistische Einordnung aber nur am Rande interessant ist. Viel wichtiger ist, dass man das ganze Konzert über eine spielerische Leichtigkeit empfindet, sogar dann, wenn der Gitarrist einen Heavy-Akkord ins Rennen schickt.

Und Brecker? Dem ist dergleichen nicht fremd, hat er doch selbst mit Bruce Springsteen, Aerosmith, Frank Zappa und Steely Dan gespielt. Aber eben auch in Jazzbands mit Charles Mingus und Horace Silver. Er war immer auch ein Ensemblespieler, nicht zuletzt mit sei­nem Bruder Michael als The Brecker Brothers. Auch im Birdland drängt er sich nicht in den Vordergund, begreift sich als teil eines Teams, auf dem Funda­ment des Quartetts an seiner Seite kann er aber auch zeigen, welch hervorragen­der und mit allen Wassern gewaschener Solist er doch ist und aus welcher Kin­derstube er eigentlich kommt. Ein Star ohne jegliche Allüren und eine Band, die ganz genau weiß, wie man Stücke schreibt und spielt, die Anspruch haben, aber auch Spaß machen. „Music For The People“ eben und genau richtig an die­sem Abend.


Jakob Manz & Johanna Summer „Farbschatten“ | 17.09.2022
Neuburger Rundschau | Dr. Tobias Böcker
 

Eine kleine Sternstunde kammermusikalischer Klasse und lyrischer Intensität boten Johanna Summer und Jakob Manz im Neuburger Birdland Jazzclub. Im Duo von Piano und Altsaxophon setzten sie einen um den anderen Glanzpunkt.

Beide zählen zum hochtalentierten Nachwuchs der Jazzszene, die eine Mitte, der andere Anfang 20, beide mit überaus solider musi-kalischer Ausbildung, beide mit Hingabe und Leidenschaft bei der Sache, beide ohne dabei zu verkrampfen oder sich zu verkünsteln. Kennengelernt haben sie sich in ihrer gemeinsamen Zeit im BuJaz-zO, der 1987 von Peter Herbolzheimer gegründeten Talentschmiede des Jazz in Deutschland. Beide haben sich bereits der Aufmerksam-keit der Szene versichert, Johanna Summer hat mit ihrem »Schumann Kaleidoskop«, Jakob Manz mit seinem »Jakob Manz Project«.
Im Duo vereinen sie ihre Stärken zu einem ganz besonders ergiebi-gen musikalischen Zwiegespräch von herausragender kammermusikali-scher Aufmerksamkeit und Intimität. Die erste Referenz bietet Esbjörn Svenssons »The Return of Mohammed«, kantig, eigenwillig, voller Spannung und Bewegung. Daneben sogleich auf den Spuren von Miles Davis der coole Klassiker »Someday My Prince Will Come«, gefühlsstark, sehnsuchtsvoll, zerbrechlich.

Johanna Summer erweist sich am Flügel als Pianistin, die bereits mit allen Wassern gewaschen scheint. Sie verfügt zugleich über alle Tugenden disziplinierter klassischer Pianistik, entdeckungs-freudiger improvisatorischer Phantasie und eines immer wieder aufblitzenden Blus-Feelings: »Weird Blues«. Ihr klarer, kraftvoll entschlossener, zugleich ausgesprochen sensibler Anschlag lässt ihrem Spiel seine ganz eigene eindringliche Wirkung.

Jakob Manz bleibt bei aller Wendigkeit und Eloquenz, die er am Altsaxophon an den Tag legt, stets bei sich und beim Thema, bei allem Temperament und aller Energie stets kontrolliert und aufs Zusammenspiel konzentriert. Seine Kompositionen – »Desperation And Hope«, »Endlose Erms« und »Onimous Sky« – fügen sich nahtlos in den Reigen der Jazz-Standards von Größen wie Pat Metheny und Sidney Bechet, dessen »Si tu vois ma mère« mit geradezu hymni-scher Kraft den Abend förmlich krönt.


Jakob Manz & Johanna Summer „Farbschatten“ | 17.09.2022
Donaukurier | Karl Leitner
 

Was für ein Potential, was für ein Kreativpool, was für ein Ideenreichtum, gepaart mit Wagemut und der Unbekümmertheit der Jugend. Die wenigsten im Birdland dürften die beiden Künstlers des Abends vorher gekannt haben. Wie auch, denn der Altsaxofonist Jakob Manz ist gerade mal Jahrgang 2001 und seine Partnerin, die Pianistin Johanna Summer, auch erst Mitte zwanzig.

Die beiden haben sich in der Talentschmiede des Bundesjugendjazzorchesters kennen gelernt, gelten mit zu den meistbeachteten Newcomern in der deutschen Jazzszene und haben kürzlich ihre erste gemeinsame CD veröffentlicht, deren Stücke sie im Birdland vorstellen. Manz hat ein Faible für soulig groovenden Jazz, Summer wird von ihrem berühmten Pianisten-Kollegen Joachim Kühn attestiert, sie spiele „Musik voller Fantasie und ohne jede Kategorie“. Erst vor einem knappen Jahr haben die beiden ausprobiert, ob sie denn auch als Duo harmonieren würden. Natürlich tun sie das, und zwar bestens.

Ausprobieren. Das ist das Stichwort. Neue Wege gehen, auch wenn man nicht genau weiß, wohin sie führen. Den Weg als das eigentliche Ziel begreifen, das ist die Devise. Dazu ist jedes Mittel recht. Die eigenen Vorbilder uminterpretieren, zum Beispiel Esbjörn Svensson, Pat Metheny, Michael Brecker oder David Sanborn in der fulminanten Zugabe. Die Jazzgeschichte nach Anregungen durchforsten und bei Cedar Walton und Miles Davis und sogar ganz früh bei Sidney Bechet fündig werden. Oder selber komponieren. Summers „Weird Blues“ und Manz‘ „Desperation And Hope“ sind exzellente Beispiele dafür, dass sie auch diese Kunst bereits meisterlich beherrschen. Was auch immer sie an diesem Abend anpacken, an keiner Stelle spürt man auch nur eine Spur von Routine, nichts wirkt eingeschliffen – obwohl es natürlich Absprachen gibt und geben muss – nein, im Gegenteil, alles ist spannend und neu, auch für das Publikum, das das Duo sofort ins Herz schließt. Rhythmisch zupackend, melodisch und mitreißend, zart und zerbrechlich: Die „Farbschatten“, die im Vorfeld als Motto des Abends genannt wurden, fallen unterschiedlich aus, was ja auch beabsichtigt ist, haben aber zumindest zwei Faktoren gemein. Sie sind von der sprühen Frische und dem Entdeckergeist der Musiker durchdrungen und weisen zudem die beiden als exzellente Techniker an ihren Instrumenten aus.

Es ist schon erstaunlich, über welch feine Spürnase Manfred Rehm als Programmmacher für das Birdland verfügt, wenn es darum geht, immer wieder neue Talente für den Club aufzustöbern, zu engagieren und in das ansonsten mit internationalen Stars und bereits etablierten europäischen Größen gespickte Programm zu integrieren. Hoffnungsträger wie Jakob Manz und Johanna Summer, Künstler, die gerade erste Schritte hin zu einer eigenen Karriere tun und schon jetzt so unglaublich gut sind. Nicht umsonst steht das Birdland auch für Talentförderung. Und die Musiker, in diesem Fall Manz und Summer? Man würdigt die Fotos ihrer berühmten Helden an den Wänden des Clubkellers, zeigt sich beeindruckt aber alles andere als verängstigt, begreift den Auftritt in der weithin gerühmten Location als Chance und sorgt für die Erkenntnis, dass man sich um die Zukunft des Jazz hierzulande zumindest in personeller Hinsicht keine Sorgen machen muss.


Frank Chastenier Trio | 16.09.2022
Neuburger Rundschau | Peter Abspacher
 

An diesem Konzert im Birdland Jazzclub war manches ungewöhnlich. Der Bösendorfer-Flügel stand nicht wie sonst am linken Rand der kleinen Bühne, sondern war nach rechts bis an die Wand gerückt. Bandleader Frank Chastenier saß damit im Zentrum, seine Partner Tobias Backhaus (drums) und Christian von Kaphengst (Bass) konnten dem Mann am Klavier so buchstäblich auf die Finger schauen und waren ihm räumlich wie musikalisch sehr nahe.

Eine Äußerlichkeit, aber für die Qualität dieses Konzertabends bedeutsam. Chastenier ist ein Großmeister der leisen Töne, ein Poet und ein Philosoph am Klavier, er bringt seine oft sehr einfachen Melodien mit einer unglaublichen Intensität über die Rampe. Das macht etwas mit seinen Mitstreitern, die seine Hände oder auch die unnachahmlichen Kopfbewegungen ganz direkt beobachten und diese Art von Jazz-Kunst mit den Klangmöglichkeiten von Bass und Schlagwerk perfektionieren können.

Genau das machen diese Jazzer auf eine eindrucksvolle, fesselnde Weise. Oft ist es mucksmäuschenstill im Birdland-Keller, das Publikum genießt tiefenentspannt die Jazz-Balladen vom ersten bis zu letzten Ton. Und die Zuhörer gehen voll mit, wenn die drei Musiker etwa bei Bam bam bam von Ray Brown oder beim genialisch arrangierten „C’est si bon“ mit virtuosem Drive im so richtig loslegen.

Bandleader Chastenier ist ein gewaltiger Arrangeur vor dem Herrn. Wie er sich den Titel „Mensch“ von Herbert Grönemeyer, den Song „Wenn du schläfst, mein Kind“ von Manfred Krug oder eben den Welterfolg „C’est si bon“ für sein Trio aneignet und in eine neue, durchaus komplexe, aber auch von Leichtigkeit geprägte andere Welt verwandelt, lässt den Zuhörer immer wieder staunen.

Sich selbst nennt Chastenier einen „Derangeur“, mit schelmischer Selbstironie und ein wenig nach dem Motto „Nimm dich nicht so wichtig, Frank“. Derangiert freilich kommt bei dieser Musik gar nichts daher, von den Musikern selbst gar nicht zu reden. Chastenier nimmt von der Qualität der Originale absolut nichts weg, ein macht nichts kleiner oder gefälliger. Ganz im Gegenteil gibt er musikalische Substanz hinzu – freilich einer anderen, mutigen und gelegentlich gewagten Art. Daraus erwachsen auf der Birdland-Bühne musikalische Geistesblitze, bei denen sich das genaue Hinhören und das Mitdenken wirklich lohnen.

Chastenier hatte die Ehre, schon mit vielen Jazz-Größen zu spielen, auch mit der vor kurzem verstorbenen Klarinetten-Legende Rolf Kühn. Der Abend war in wichtigen Teilen auch ein künstlerisches Gedenken an diesen Klarinetten-Zauberer. Wenn man so will, lebt Kühn auch im Trio des Frank Chastenier weiter.