Jazzkeller: Für Stehplätze, Thekensitzplätze und Sitzstufen ist keine Reservierung erforderlich.
Der ermäßigte Preis gilt für Clubmitglieder, Schüler und Studenten.
Liebe Jazzfreundinnen und -freunde,
wir haben Sommerpause. Das Clubprogramm startet wieder am 9. September mit „Scott Hamilton & His German Friends“.
Wichtiger Hinweis: Eintrittskarten für alle Jazzveranstaltungen im Audi Forum Ingolstadt können nur noch direkt über die Audi-Website reserviert werden!
„Plays the Music from Neal Hefti“
Ein ehemaliger Olympiasieger im Eiskunstlauf heißt genauso wie er. Obwohl weder verwandt noch verschwägert, verkörpern beide eine fast perfekte Einheit von Eleganz, Kraft und Anmut. Niemand schwebte übers Eis wie Scott Hamilton, und keiner bläst so ins Horn wie dessen vier Jahre älterer Namensvetter. Deshalb gilt Letzterer längst als die weiße Inkarnation des klassischen Tenorsaxofon-Hauptstroms. Und als einer, der stets nach neuen Ideen sucht, um die Tradition zu revitalisieren. Am liebsten tut der 67-jährige Amerikaner, der seit 15 Jahren mit seiner Frau in der Nähe von Florenz lebt und beste Kontakte nach Deutschland pflegt, dies mit Standards. Einer der wichtigsten Komponisten des Great American Songbook ist der 2008 verstorbene Neal Hefti, der für Woody Herman und Count Basie Klassiker wie „Liʼl Darlinʼ“, „Cute“, „Girl Talk“ oder „Teddy The Toad“ schrieb. Gemeinsam mit seinen deutschen Freunden Stephan Holstein (Klarinette), dem ursprünglich als Pianisten bekannten Tizian Jost (Vibrafon), seinem Kollegen Bernhard Pichl (Piano), Rudi Engl (Bass) und Michael Keul (Schlagzeug) will Scott Hamilton in einem Doppelkonzert seinem Idol Hefti ein klingendes Denkmal setzen. Der perfekte Swing-Startschuss in ein aufregendes und abwechslungsreiches Herbstprogramm.
„Plays the Music from Neal Hefti“

Kartenreservierung
Die Funktion eines Türöffners in die Jazzsaison im Audi Forum Ingolstadt scheint der swingIN-Big Band ganz offenbar zu gefallen. Nach 2019 eröffnen die Musikerinnen und Musiker aus Ingolstadt und der Region in diesem Jahr erneut die ambitionierte Veranstaltungsreihe nach der Sommerpause. Auch diesmal rückt der Klangkörper die großen Arrangeure der Jazz-Orchester in den Mittelpunkt. Ohne sie geht nichts. Denn die eigentliche Verantwortung für den Stil einer Band liegt beim Leader und seinem Arrangeur. Jeder erkannte Glenn Miller, Duke Ellington, Count Basie oder Benny Goodman schon nach wenigen Takten im Radio. Bei Miller war es der von einer Klarinette angeführte Saxofon-Satz, bei Ellington zeichnete vor allem dessen Notensetzer Billy Strayhorn mit der Erkennungsmelodie für den Wiederkennungswert verantwortlich. Basie beschäftigte viele renommierte Arrangeure wie Neal Hefti, Frank Foster oder Sammy Nestico, während Goodman seine Reputation als „King Of Swing“ vor allem Fletcher Henderson verdankte. Die swingIN-Big Band, ein Sammelbecken der besten Musiker der Region, befindet sich auf einem ähnlich guten Weg, in kurzer Zeit ebenfalls eine unverkennbare Handschrift zu entwickeln. Dank der stilistischen Offenheit und Risikobereitschaft der Mitglieder sowie ihrer enormen Kreativität ist sie in und um Ingolstädter herum längst mehr als nur ein Geheimtipp.
Frank Chastenier ist so etwas wie der Architekt der Musik von Stars wie Rolf Kühn, Till Brönner, Hildegard Knef, Manfred Krug, Mark Murphy oder Thomas Quasthoff. Dabei darf man den 55-jährigen Pianisten inzwischen selbst getrost als Star bezeichnen, wenn auch als einen der eher stillen, leisen Sorte. So kommt es, dass der begehrte Tastenvirtuose neben seinen zahlreichen Sideman-Jobs nur alle paar Jahre seinem eigenen Ideal eines Pianotrios frönen kann. Wenn dies nun endlich wieder der Fall ist, dann sollten sich alle Fans des gepflegten Elfenbeins diesen Termin rot im Kalender anstreichen. Denn das aktuelle Trio ist ein Wunschprojekt von drei Ausnahmetalenten. Mastermind Chastenier führt es mit jener unnachahmlichen Eleganz, wie sie nur ganz wenige Pianisten in Europa für sich beanspruchen können. Zuletzt durften die Jazzfans dessen feine Künste zusammen mit Rolf Kühn im Hofapothekenkeller bewundern, nun wollen er, Edelbassist Christian Kaphengst und Schlagzeuger Tobias Backhaus mit energiegeladenen Arrangements eine eigene, unverkennbare Note setzen. Vor allem in der einzigartigen Interpretation von Balladen durch Frank Chastenier wird diese überdeutlich. Deshalb dürfte die 232. Folge von „Art Of Piano“ eine ganz besondere werden. Ohne Wenn und Aber ein musikalisches Juwel!
Aktuelles Album:Songs Iʼve Always Loved – Boutique/Universal
Zweifellos zählen der Tenorsaxofonist Jakob Manz und die Pianistin Johanna Summer zu den meistbeachteten Entdeckungen im jungen deutschen Jazz der vergangenen Jahre. Nun treten sie im Duo in ein inniges, offenes und schillerndes Zwiegespräch. Mit seinem Jakob Manz Project zeigt sich der Saxofonist, Jahrgang 2001, vor allem als leidenschaftlicher Vertreter des zeitgenössischen Jazz-Rock mit einer verblüffend ausgebufften, raffinierten, kraftvollen, soulig-funkig groovenden Musik. Dass er auch die leisen, lyrischen Töne beherrscht, zeigt er nun im Zusammenspiel mit der 1995 in Plauen geborenen Johanna Summer. Bei ihr passiert nichts um des Effekts willen, alles steht im Zeichen des musikalischen Storytellings, mit einem weitsichtigen Blick für Dramaturgie, Dynamik und Harmonie. Manz und Summer kennen und schätzen einander seit ihrer gemeinsamen Zeit in der Talentschmiede des Bundesjugendjazzorchesters. Und sie wussten es von Anfang an: In dieser Konstellation entstehen eine besondere Magie und Freiheit im Zusammenspiel, die sich so wohl nur zu zweit erzeugen lassen. Mit Eigenkompositionen und Standards schaffen sie ein eigenes musikalisches Universum, mal zart und zerbrechlich, mal rhythmisch zupackend, mal mitreißend melodisch. Nicht entgehen lassen!
Aktuelles Album:The Gallery Concerts I – ACT/edel
Ein Trio sind immer drei. Plus einen Startgast und noch einen weiteren Mitmusiker ergibt dies fünf Instrumentalisten, die sich diesmal auf der Bühne des Neuburger Hofapothekenkellers tummeln. Man braucht allerdings kein Rechenkünstler zu sein, um die Musik dieses slowakischen Pianotrios genießen zu können. Dass der Pianist Peter Adamkovic, der Bassist Martin Marincak und der Schlagzeuger Stanislav Cvanciger am Schlagzeug diesmal noch den Gitarristen Samuel Marincak und sogar einen amerikanischen Weltstar an der Trompete mitbringen, erhöht die Attraktivität dieses Konzertes ungemein. Denn Randy Brecker gilt als lebende Legende, spätestens seit er mit seinem inzwischen verstorbenen Bruder Michael mit den „Brecker Brothers“ Musikgeschichte schrieb. Inzwischen 76 Jahre jung, besticht Brecker immer noch durch seine Vielseitigkeit, wie auf zahlreichen Pop-, Rock- Funk-, Fusion- und Big Band-Projekten nachvollzogen werden kann. So spielte er im Laufe der vergangenen Jahrzehnte unter anderem mit Charles Mingus, Blood, Sweat & Tears, B. B. King, Bruce Springsteen, Frank Sinatra, Aerosmith, Steely Dan, Horace Silver, James Taylor, George Benson, Elton John und Frank Zappa. Dass seine Wurzeln dennoch beim „reinen“ Jazz liegen, will er nun im Birdland mit seinem slowakischen Freunden unter Beweis stellen.
Aktuelles Album:One Way Road To My Heart – Moosicus Records
Immer wenn der legendäre amerikanische Schlagzeuger Jeff Hamilton in den zurückliegenden Jahren in seinem Lieblingsclub in Neuburg aufkreuzte, dann versprachen dessen Konzerte grandiose Momente für die Fans des gepflegten Swing. Neben dem Drummer zeichnete dafür auch Tamir Hendelman, dessen kongenialer Sidekick am Piano, verantwortlich. Dass der 51-Jährige dem Birdland zum inzwischen zweiten Mal mit eigenem Trio seine Aufwartung macht, sollte nicht nur für eingefleischte Hamilton-Fans ein absolutes Muss für einen Besuch im Hofapothekenkeller darstellen. Hendelman erinnert Kritiker bei der Phrasierung seiner enorm swingenden und lyrischen Pianolinien oft an Oscar Peterson. Doch der israelische Tastenvirtuose hat längst seinen eigenen Stil gefunden, der ihn weltweit zu einem Eckpfeiler des Jazzpianos alter Schule erhoben hat. Seit 2001 gehört er dem Clayton-Hamilton-Orchestra an und begleitete unter anderem Barbra Streisand, Benny Golson, Scott Hamilton, Richard Galliano, Natalie Cole oder Roberta Gambarini. Nun will Hendelman an der Stätte früherer Triumphe abermals beweisen, dass er auch mit seinen Mitstreitern Alex Frank (Bass) und Germain Cornet (Drums) für einen bezaubernden Abend sorgen kann. Das verspricht, ein Genuss allererster Güte zu werden.
Aktuelles Album:Destinations – Resonance RCD-1017
Mit diesem Konzert erfüllen die beteiligten Musiker einen der letzten Wünsche eines gemeinsamen Freundes, der leider viel zu früh im Februar 2020 verstarb. Helmut Nieberle hatte dem Klarinettisten Stephan Holstein, dem Bassisten Wolfgang Kriener, dem Schlagzeuger Scotty Gottwald und dem US-Stargitarristen ans Herz gelegt, nach seinem Abschied gemeinsam auf die Bühne – vor allem auf die des Neuburger Jazzclubs – zu gehen. Dies geschieht nun in einem ebenso einvernehmlichen wie vielversprechenden Setting, bei dem Alden zwar eine tragende, aber keine Hauptrolle spielt. Der 63-jährige Amerikaner zählt zur Garde der „Great Guitars“, mit denen er auch im Hofapothekenkeller gastierte, gewann durch sein virtuoses, harmonisch ausgefeiltes Spiel vier Mal den Downbeat Critics Poll und spielte den Soundtrack zu Woody Allens Film „Sweet And Lowdown“ ein. Über Stephan Holstein, diesem begnadeten Klarinetten- und Tenorsaxofon-Virtuosen, muss man in Neuburg inzwischen wirklich kein Wort mehr verlieren. Wenn er und Alden im beseelten Austausch der Leadstimmen zum unwiderstehlichen Beat des erstklassigen Rhythmusduos Wolfgang Kriener und Scotty Gottwald Standards zelebrieren, dann schwebt der Geist von Helmut Nieberle wie ein Garant für authentischen Swing über diesem wunderbaren Abend.

