Programm - Oktober 2018

Jazzkeller: Für Stehplätze, Thekensitzplätze und Sitzstufen ist keine Reservierung erforderlich. Stehplätze stehen immer zur Verfügung.
Der ermäßigte Preis gilt für Clubmitglieder, Schüler und Studenten.

05. Okt
Fr | 20:30 Uhr | EUR 20,- / 15,- | Modern
Roberto Di Gioia’s „Web Web“
Roberto Di Gioia (keys), Tony Lakatos (ts), Christian von Kaphengst (b), Peter Gall (dr)
Roberto Di Gioia's
Roberto Di Gioia's "Web Web"

Gerade erst aus der Taufe gehoben und deshalb so frisch, dass die Noten scheinbar noch dampfen: Vier Routiniers der mitteleuropäischen Jazzszene machen zusammen Web Web! Ein Konstrukt, das der Keyboaders Roberto Di Gioia, der Tenorsaxofonist Tony Lakatos, der Bassist Christian von Kaphengst sowie der Drummer Peter Gall ins Leben gerufen haben und das vom ersten Takt an unaufgeräumte, analoge, kratzige, zugleich feinfühlige Schwingungen durch einen Kanon aus Groove, gefühlter Coolness und stetiger Wärme jagt. Stilistisch lässt sich das Quartett aus großen Namen des zeitgenössischen deutschen Jazz in eine bislang eher selten benutzte Schublade stecken. Immer exakt an jener Stelle, an welcher der Jazz allzu Bebop-lastig und unkontrolliert, ausufernd zu werden scheint, besinnen sich Web Web auf die beseelte Kraft des gemeinsamen Taktes und kreiseln zurück in eine groovige Form, die hier trotz aller inspirierender Akkorde und improvisatorischen Raffinesse den berühmten roten Faden ausmacht. Mastermind und Initiator Roberto Di Gioia (Passport, Udo Lindenberg, Max Herre, Till Brönner, Notwist) stellt klar, dass die Musik von Web Web „intensiver atmet, dynamischer und impulsiver wird“. Das ungemein eklektische Ergebnis einer Supergruppe, das einen wie einen Strudel in sich hineinzieht und fasziniert.

Aktuelles Album:
Oracle – Compost Records CPR 499-2/Groove Attack


Für dieses Konzert kann keine Reservierung mehr durchgeführt werden.

06. Okt
Sa | 20:30 Uhr | EUR 20,- / 15,- | Modern
Wolfgang Lackerschmid Connection
Wolfgang Lackerschmid (vib), Ryan Carniaux (tp), Stefan Rademacher (b), Guido May (dr)
Wolfgang Lackerschmid
Wolfgang Lackerschmid

Wolfgang Lackerschmid, in Europa, aber auch in Neuburg ein hoch geschätzter und immer wieder gern gehörter Virtuose am Vibrafon, ist vor einiger Zeit unter die Brauer gegangen. Mit seiner aktuellen Formation um den amerikanischen Startrompeter Ryan Carniaux, den Bassisten Stefan Rademacher und den omnipräsenten Drummer Guido May setzt der 62-jährige Augsburger auf beste Zutaten für eine Rezeptur, die nicht nur im Hofapothekenkeller für zufriedene Mienen und ein ganzkörperliches Wohlbefinden sorgen. Denn Braumeister Lackerschmid weiß genau, welches Mischungsverhältnis es braucht, um ein Konzert zu einem Leckerbissen für die Gehörgänge zu erheben. Vier ausgefuchste Musiker, die sich auf ungewöhnliche wie hochwertige Köstlichkeiten spezialisiert haben. Den entsprechenden Mut zum Risiko, vermeintliche Ohrwurm-Klassiker wie „Lullaby Of Birdland“ mit dem Zusatz „-not“ zu versehen und eine Spielwiese für freie, aber auch funkige Improvisationen zu eröffnen. Die Idee, Bertold Brecht als Pate für „Boats In The Air“ zu benutzen, oder einen kecken Sidestep zur Jazzlegende Chet Baker, Lackerschmids kongenialem Duo-Partner, zu wagen. Wer sich also zur Degustation dieses magischen Elixiers einfindet, der läuft Gefahr, berauscht wieder nach Hause zu gehen.

Aktuelles Album:
Magic Brewery – hipjazz 007/Galileo Music


Für dieses Konzert kann keine Reservierung mehr durchgeführt werden.

Audi Forum Ingolstadt
Jazz im Audi Forum Ingolstadt
11. Okt
Do | 20:00 Uhr | EUR 25,- / 20,- |
Yellowjackets feat. Luciana Souza
Bob Mintzer (sax), Russell Ferrante (keys), Will Kennedy (dr), Dane Alderson (b), Luciana Souza (voc)
Im Rahmen des 8. Birdland Radio Jazz Festivals
Yellowjackets & Luciana Souza
Yellowjackets & Luciana Souza

Bands, die sich im weiten Feld der Fusion-Sounds bewegen, gibt es eine ganze Menge. Doch nur eine steht wie ein Fels in der Brandung und gilt längst als eine der besten des gesamten Genres. Seit exakt 41 Jahren grooven sich die Yellowjackets mit eingängigen Melodien, stupender Virtuosität sowie einer Mischung aus Jazz und R&B in die Herzen scheuklappenfreier Fans. Dass der Terminus „Yellowjackets“ im Englischen auch eine Wespenart beschreibt, mag als Hinweis dafür gelten, dass die Ensemblemitglieder gerne ihre Stacheln ausfahren, um dem landläufigen Fusion-Klischee zu begegnen, ihre Musik wäre zu glatt gebügelt. Seitdem der bekannte Gitarrist Robben Ford sie 1977 als seine Begleitband rekrutierte, haben sich die vier pausenlos weiterentwickelt, ihren Sound den jeweiligen Zeitströmen angepasst, ihn verändert und verfeinert, aber nie den Fehler begangen, populistischen Verlockungen zu erliegen. Mal poppen Weltmusikelemente auf, dann gibt es wieder deutlich rockige oder jazzig-akustische Elemente. Mit Russell Ferrante (Piano/Keyboard) und Will Kennedy (Drums) leben immer noch zwei Gründungsmitglieder zusammen mit dem legendären Saxofonisten Bob Mintzer (seit 1990), dem neuen Elektro-Bassisten Dane Alderson – und im Audi Forum Ingolstadt – mit der wunderbaren Sängerin Luciana Souza den kühnen Traum der Yellowjackets von ganzheitlicher, barrierefreier Musik.


Für dieses Konzert kann keine Reservierung mehr durchgeführt werden.

12. Okt
Fr | 20:30 Uhr | EUR 20,- / 15,- | Classic, Gypsy-Swing
Django’s Castle
Stephan Holstein (cl), Martin Stegner (viola), Helmut Nieberle (7-string guitar)
Im Rahmen der 71. Neuburger Barockkonzerte
"Gipsy Baroque"
"Djangos Castle" Martin Stegner, Helmut Nieberle, Stephan Holstein

Es dürfte erneut ein Höhepunkt in der ambitionierten Konzertreihe werden, die die Neuburger Barockkonzerte seit der Jahrtausendwende alljährlich im Jazzkeller austragen. Bei den stets hoch spannenden Feldversuchen, das Beste aus Klassik – in diesem Fall Barock – und Jazz miteinander zu verweben, kommt es weniger auf das Mischungsverhältnis im Sinne von etwa 50 zu 50 oder gar mit einem Übergewicht der einen oder anderen Stilrichtung an. Es sind vielmehr die Protagonisten mit ihrem untrüglichen musikalischen Sensor, die den eigentlichen Reiz dieser Veranstaltung ausmachen. Zwei aus der aktuellen Formation wirkten bereits in der Vergangenheit bei unvergesslichen Momenten dieser besonderen „Barockkonzerte“ mit: Stephan Holstein begeisterte 2005 im Trio mit den „Erbaulichen Gedanken eines Tabakrauchers“ (Anna Magdalena Bach) und Helmut Nieberle demonstrierte zwei Jahre später mit Hans Huber, wie spielerisch leicht der Spagat zwischen den Extremen funktioniert. Diesmal wagen der Klarinettist und der Gitarrist mit dem Viola-Virtuosen Martin Stegner einen famosen Umgriff. Im Wissen, dass sich namhafte Komponisten des Barock von den ergreifenden Melodien und raffinierten Tanzrhythmen der virtuosen Musiker des „fahrenden Volkes“ beeindruckt zeigten, weil diese ihrerseits Harmonien und Musikstile aus aller Welt mit ihrer traditionellen Musik verschmolzen, besinnen sie sich nun auf den Gitarrengott Djano Reinhardt. Die drei Musiker von Django’s Castle – im Namen des Trios klingt es an – führen ihre Zuhörer kammermusikalisch inspiriert durch die Traumschlösser der Musik, glänzend gefügt aus folkloristischen Elementen, barocken Kompositionen und zeitgenössischem Gipsy Jazz. Die Jazzer Holstein und Nieberle musizieren mit dem Klassiker Stegner, seines Zeichens Mitglied der Berliner Philharmoniker und begnadeter Improvisator, wo immer er mit Jazzmusikern spielt. Es scheint abermals ein denkwürdiger Abend zu werden, sowohl für Klassik- wie auch für Jazzfans


Für dieses Konzert kann keine Reservierung mehr durchgeführt werden.

19. Okt
Fr | 20:30 Uhr | EUR 20,- / 15,- | Swing
Jim Mullen – Helmut Nieberle Group
feat. Zoe Francis
„Try Your Wings“
Zoe Francis (voc), Jim Mullen (g), Helmut Nieberle (g), Ernst Techel (b), Scotty Gottwald (dr)
Zoe Francis
Zoe Francis

Nach längerer Pause gibt es ein Wiedersehen mit einer Formation, die den Hofapothekenkeller noch bis vor einigen Jahren zu Beifallsstürmen hinriss. Sage und schreibe acht Mal gastierte die Formation des aus Glasgow stammenden Gitarristen Jim Mullen und seines kongenialen Saitenfreundes Helmut Nieberle aus Regensburg in wechselnden Besetzungen im Neuburger „Birdland“. Nun sind sie wieder zurück – in kleinerer Besetzung ohne Bläser, dafür mit dem bewährten rhythmischen Fundament von Ernst Techel (Bass) und Scotty Gottwald (Drums), die weiterhin eine spritzige Plattform für zwei exzellente Gitarrenvirtuosen bilden. Mullen und Nieberle holen auch 2018 mit ihrem unmanierierten Wechselspiel für einige Momente die Sterne vom Himmel. Ansonsten herrscht angenehm swingende, heitere Erdigkeit, zu der nicht zuletzt die famose englische Vokalistin Zoe Francis mit ihren Anleihen an die große Kollegin Blossom Darie beiträgt. Eine Vielzahl von Ideen, Gedanken und Zitaten fliegt dabei durch die Luft, der raue Wind aus den Straßenschluchten New Yorks mischt sich mit der sanften Brise des Pazifik. Ausdrucksvolle Originals wechseln sich mit Jazzstandards in eigenwilligen Arrangements ab. Kurzum: Ein Konzertabend voller Esprit und Nonchalance, der jeden Gitarren-, Gesangs- und Swingfan begeistern wird.

Aktuelles Album:
But Beautiful – Bobtale Records/bob@bobtale.de


Die Sitzplätze für dieses Konzert sind ausverkauft. Für Stehplätze ist keine Reservierung erforderlich.

20. Okt
Sa | 19:00 Uhr | EUR 0,- / 0,- |
„Nacht der Kultur“
Musikschule Neuburg (Bigband + Jazzchor + Combo)
Eintritt frei!
Musikschule Neuburg
Musikschule Neuburg

26. Okt
Fr | 20:30 Uhr | EUR 20,- / 15,- | Modern
Julia Kadel Trio
Julia Kadel (p), Karl-Erik Enkelmann (b), Steffen Roth (dr)
Im Rahmen des 8. Birdland Radio Jazz Festivals
Art of Piano 202
Julia Kadel
Julia Kadel

Sie gehört zu den größten Hoffnungen des deutschen Jazzpianos, ist weiblich, 31 Jahre jung, hat zwei Alben beim Plattenriesen Universal veröffentlicht und an den Tasten wie als Komponistin einen völlig eigenen Persönlichkeitsstil entwickelt. Wenn die Berlinerin Julia Kadel Klavier spielt, steckt sie ein musikalisch und klanglich recht weites Feld ab. Lyrische Stimmungen, relativ offene Passagen und energiegeladene Expressionen wechseln sich ab, lautmalerische Abstraktionen, etwa durch direkte Griffe ins Innere des Flügels, werden live noch lustvoller und detailverliebter ausgespielt, Klischees des Pop, aber auch des klassischen Jazz stellen kein Dogma mehr dar. Seit fünf Jahren besteht Kadels Trio aus dem Bassisten Karl-Erik Enkelmann und dem Schlagzeuger Steffen Roth. Mit der Zeit hat sich zwischen den Dreien ein intuitives Einverständnis entwickelt, obwohl alle sehr unterschiedliche Persönlichkeiten seien, konstatiert die Bandleaderin. In ihrer Interaktion heben Kandel, Enkelmann und Roth ihre gängigen Rollenverteilungen völlig auf. Julia Kadel glaubt, dass es zu kurz gedacht sei, anzunehmen, Jazz wäre zu kompliziert für den alltäglichen Musikhörer: „Die Leute können durchaus mit immer wieder neuen Ohren zuhören und sich in jeder Form von Klang zu Hause fühlen.“ Das klingt nach einer Einladung!

Aktuelles Album:
Über und unter – Blue Note 00602547823991/Universal
Sitzplatzreservierung

(Noch 22 verfügbar)
(Noch 18 verfügbar)

27. Okt
Sa | 20:30 Uhr | EUR 20,- / 15,- | Mainstream, Modern
Martin Wind „Light Blue Quartet“
featuring Anat Cohen, Matt Wilson und Gary Versace
Martin Wind (b), Anat Cohen (cl, ss, ts), Matt Wilson (dr), Gary Versace (p)
Im Rahmen des 8. Birdland Radio Jazz Festivals
Martin Wind
Martin Wind

Bei Neuburg nicht von einer zweiten, sondern gar von einer dritten Heimat zu sprechen, ist im Falle Martin Winds durchaus angebracht. Der 1968 in Flensburg geborene Bassist lebt seit 1996 mit seiner Familie in New Jersey, kam aber für viele Jahre regelmäßig als Dozent der Sommerakademie sowie Mitglied namhafter Jazzformationen an die Donau. Deshalb fiebert auch eine Reihe von Freunden dem Gastspiel seines neuen „Light Blue Quartet“ entgegen. Der viel beschäftigte Sideman, Sessionmusiker (Mstislav Rostropowitsch, Guidon Kremer, Pat Metheny, Lalo Schifrin, Mark Murphy, Mike Stern, Randy Brecker) und Professor will in vertrauter bayerischer Umgebung eine Kostprobe seines gewaltigen Potenzials als Songwriter und Bandleader abgeben. Sein „Light Blue“-Projekt ist Positionsbestimmung wie Rückschau gleichermaßen. Auf musikalische Freundschaften etwa, wie zu der unglaublichen israelischen Klarinettistin Anat Cohen, dem famosen Schlagzeuger Matt Wilson und dem formidablen Pianisten Gary Versace. Sämtliche Stücke stammen von Wind, der seinen Spielgefährten jedoch allen Raum lässt, um solistische Farbtupfer zu setzen. „Ich betrachte meine Songs wie ein Maler seine Gemälde“, erklärt der Musiker seine Philosophie. Seine Lieblingsfarbe dabei: Light Blue. Ein ganz und gar eigener, unverwechselbarer Ton.

Aktuelles Album:
Light Blue - Laika 3510357.2/Rough Trade
Sitzplatzreservierung

(Noch 21 verfügbar)
(Noch 18 verfügbar)