Programm - November 2017

Jazzkeller: Für Stehplätze, Thekensitzplätze und Sitzstufen ist keine Reservierung erforderlich. Stehplätze stehen immer zur Verfügung.
Der ermäßigte Preis gilt für Clubmitglieder, Schüler und Studenten.

03. Nov
Fr | 20:30 Uhr | EUR 20,- / 15,- | Mainstream, Gypsy Swing
Jermaine Landsberger Trio feat. Sandro Roy
Sandro Roy (v), Jermaine Landsberger (p), Andy Kurz (b), Matthias Gmehlin (dr)
Sandro Roy
Sandro Roy

Natürlich muss „Gypsy Swing“ als dominierender Begriff über einem Konzert stehen, das der Pianist Jermaine Landsberger und der Violinist Sandro Roy gemeinsam bestreiten. Beide gehören zu den führenden jungen Musikern dieser Gattung, beide schufen sich in der Vergangenheit durch Kollaborationen mit bekannten Vertretern des Genres wie Biréli Lagrène, Stochelo Rosenberg, Hänsʼche Weiss, Torsten Goods oder Django Deluxe einen klingenden Namen. Doch sowohl Landsberger – ein gerne gesehener Dauergast im Neuburger „Birdland“ – wie auch Roy interessiert auch die Klangwelt hinter dem Horizont. Während der in Regensburg lebende Pianist bereits als eine Art Avantgardist der europäischen Gypsy-Szene gilt und an der Seite von Randy Brecker, Bob Mintzer, Larry Coryell, Pat Martino, Harvey Mason oder James Genus sein kraftvolles wie melodisches Spiel an den Tasten spürbar in Richtung Moderne schob, liebt der gerade einmal 23-jährige, mehrfach preisgekrönte, klassisch ausgebildete Geiger aus Augsburg im selben Maße amerikanischen Bebop, lateinamerikanische Bossa Nova und ungarischen Czardas. Mit dem gefragten Kontrabassisten Andy Kurz und Drummer Matthias Gmehlin laden Landsberger und Roy dazu ein, den etwas überstrapazierten Terminus „Gypsy Swing“ völlig neu zu entdecken.

Aktuelles Album:
Getting’ Blazed (Landsberger) – Resonance Records RCD-1009
Where I Come From (Roy) – Skip SKP 9124/Soulfood


Für dieses Konzert kann keine Reservierung mehr durchgeführt werden.

04. Nov
Sa | 20:30 Uhr | EUR 20,- / 15,- | Mainstream, Modern
Lee Konitz Quartet
Lee Konitz (as), Dan Tepfer (p), Jeremy Stratton (b), George Schuller (dr)
Lee Konitz
Lee Konitz

Es sind stets Feste der Improvisationskultur, wenn der weißhaarige Meister am Altsaxofon dem „Birdland“-Jazzclub Neuburg einen Besuch abstattet, das würdevolle Zelebrieren einer fast in Vergessenheit geratenen Kunstform, die er im Laufe der vergangenen sieben Jahrzehnte ganz entscheidend mit prägte. Denn bei Lee Konitz tragen zwar die Titel fast immer dieselben Namen, sie klingen aber jedes Mal anders, in punkto Tempo, Harmonien, Variationen und vor allem aufgrund des solistischen Einfallsreichtums. 90 Jahre ist Konitz rund drei Wochen zuvor am 13. Oktober geworden; ein fürwahr biblisches Alter, das den Mann aus Chicago schon zu Lebzeiten in den Stand einer Legende hievt. Denn auch dann, wenn sich die allermeisten Kollegen zurückziehen, tourt er noch unermüdlich um den Globus und vergisst dabei auch seine Freunde in Neuburg nicht. Diesmal kommt der sich ständig selbst erneuernde Altsaxofonist mit seiner neuen, amerikanischen Besetzung um den Pianisten Dan Tepfer, den Bassisten Jeremy Stratton und Drummer George Schuller in den Hofapothekenkeller. Wieder so ein musikalischer Jungbrunnen, in den Lee nur allzu gerne taucht. Dabei geht es ums gegenseitige Absorbieren, den alterslosen Zauber der Ästhetik und unbekannte Abenteuer jenseits aller Genregrenzen. Ein Muss!

Aktuelles Album:
Frescalalto – Impulse! 00602557208733/Universal


Für dieses Konzert kann keine Reservierung mehr durchgeführt werden.

Audi Forum Ingolstadt
Jazz im Audi Forum Ingolstadt
09. Nov
Do | 20:00 Uhr | EUR 25,- / 20,- | Swing
„Swing 2017“
Björn Ingelstam (tp), Bert Boeren (tb), Frank Roberscheuten (cl, sax), Olaf Polziehn (p), David Blenkhorn (g, voc), Sebastien Giraudot (b), Guillaume Nouaux (dr)
Frank Roberscheuten
Frank Roberscheuten

Wie soll man Swing im Jahr 2017 definieren? Als antiquierte Kunstform, die lediglich Nostalgiker anspricht? Oder als unvermittelt wichtigen Bestandteil der Gegenwartsmusik, die sich gerne über ihren „Groove“ definiert, was im Prinzip sowieso nur eine moderne Umschreibung von Swing ist. Wer dem niederländischen Saxofonisten und Klarinettisten Frank Roberscheuten zuhört, der versteht bereits nach wenigen Takten, was „Swing 2017“ wirklich bedeutet: Ein zeitloser, vitaler, unverwüstlicher Bestandteil der aktuellen und zukünftigen Klangwelt. Für seine Verdienste um die Pflege des Jazz als lebendige und erlebbare Kunstform erhielt Roberscheuten 2016 den Preis „Keeper Of The Flame“ vom Park-Lane-Jazz-Club in Osnabrück. Dies liegt vor allem an „The Three Wise Men“ und „The Three Tenors Of Swing“, den beiden festen Formationen des 55-Jährigen. Zudem organisiert Roberscheuten Swingfestivals und tourt regelmäßig um den Globus. Mit seinem Projekt „ Swing 2017“ will der leidenschaftliche Instrumentalist den klingenden Beweis liefern, dass Swing gerade im Zeitalter von Computerbeats und elektronischen Loops über eine ganz besondere Strahlkraft verfügt. Die hochkarätige Band mit sieben Musikern aus drei Kontinenten präsentiert Stile vom frühen Jazz bis hin zum Bebop, vom Dixieland bis zum Blues. Ein Festabend für die Sinne, der unter Garantie den Nerv jeder Generation trifft.


Für dieses Konzert kann keine Reservierung mehr durchgeführt werden.

10. Nov
Fr | 20:30 Uhr | EUR 20,- / 15,- | Mainstream, Latin
Alfredo Rodriguez Trio
Alfredo Rodriguez (p), Munir Hossn (b), Michael Olivera (dr)
Art of Piano 194
Im Rahmen des 7. Birdland Radio Jazz Festivals
Alfredo Rodriguez
Alfredo Rodriguez

Wenn jemand den großen Quincy Jones als Mentor hinter sich weiß, dann sticht er bereits aus der Masse heraus. Der kubanische Pianist und Komponist Alfredo Rodríguez darf aber in mehrerlei Hinsicht als etwas ganz Besonderes bezeichnet werden. Kritiker vergleichen ihn mit legendären Pianisten wie Keith Jarrett, Thelonious Monk oder Art Tatum, er gewann den begehrten Montreux Jazz Award, wurde für den Grammy nominiert und fungiert für Quincy Jones als künstlerischer Leiter von dessen „Global Gumbo Project“, dem Musiker wie Bobby McFerrin, Herbie Hancock oder Esperanza Spalding angehören. Rodríguez erzählt mit jedem Song eine Geschichte. So präsentiert er auf seinem aktuellen Album „Tocoroco“ die Geschichte vom Tocoroco, dem Wahrzeichen Kubas, einem Vogel, der an Trauer zugrunde geht, wenn er eingesperrt ist. Für Rodríguez steht dies als Metapher für Freiheit und Unabhängigkeit, auch für das Vermischen verschiedenster, musikkultureller Ansätze. Unterstützt von Munir Hossn am Bass und Michael Olivera am Schlagzeug überschreitet er furchtlos sämtliche Genregrenzen. Sein Hang zur Rastlosigkeit, seine beständige Suche nach dem perfekten Klang befeuert seine schier unerschöpfliche Kreativität. Alfredo Rodríguez: Ein Name, den man nach diesem Konzert nicht mehr so schnell vergessen wird.

Aktuelles Album:
Tocoroco – Mack Avenue MAC 1109/Inakustik


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11. Nov
Sa | 20:30 Uhr | EUR 20,- / 15,- | Mainstream, Blues, Soul
The Georgie Fame Family Trio
Georgie Fame (org, voc), Tristan Powell (g), James Powell (dr)
Im Rahmen des 7. Birdland Radio Jazz Festivals
Georgie Fame
Georgie Fame

Was ist „cool“? Wer sich jemals mit Georgie Fame befasst hat, der wird den Eindruck nicht mehr los, dass dieser Begriff vor allem für ihn erfunden wurde. Dabei kam es dem Sänger, Organisten, Bandleader und Komponisten kaum auf eine plakative Aneinanderreihung von Äußerlichkeiten an. Das eigentlich Coole an ihm war, dass er nie seinen Weg verließ, unbeeindruckt von allen Trends weiter aus den Quellen des Bebop, des Bigband-Swing, des Blues, des Soul, des R&B, RockʼnʼRoll oder Latin schöpfte und damit bis heute erfolgreich sein kann. Denn Georgie Famie ist anders. Anders als all jene austauschbaren Popmusiker, aber auch als die Jazzer alter Schule. Vielleicht ein bisschen wie seine Freunde Van Morrison, Mose Allison, Bill Wyman und Ben Sidran, mit denen er immer wieder spielte, zuletzt auf Van Morrisons neuem, sensationellen Album „Roll On With The Punches“. Selbst hatte der 74-Jährige auch eine Reihe von großen Hits wie „Yeh Yeh“, „Get Away“ und „The Ballad Of Bonnie And Clyde“. Musiker wie Gene Vincent, Count Basie, Muddy Waters, Eric Clapton, Joan Armatrading, Benny Golson oder Diana Krall priesen ihn als „Musicanʼs Musican“. Dass Georgie Fame nun zusammen mit seinen Söhnen Tristan Powell und James Powell nach Neuburg kommt, ist ein echter Glücksfall. Ein Stück lebendige Musikgeschichte einmal live erleben zu können, das dürfte nicht nur seine zahlreichen Fans in Verzückung versetzen.

Aktuelles Album:
Survival-A Career Antholgy 1963-2015 – UMG/Universal


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Stadttheater Neuburg
16. Nov
Do | 20:30 Uhr | EUR 30,- / 20,- | Mainstream, Modern
„Night Of Strings I“ – Ferenc Snétberger Solo
„Night Of Strings II“ – Golden Striker Trio
"Night Of Strings I": Ferenc Snétberger (g)
"Night Of Strings II": Ron Carter (b), Russell Malone (g), Donald Vega (p)
Im Rahmen des 7. Birdland Radio Jazz Festivals
Ferenc Snétberger, Ron Carter
Ferenc Snétberger, Ron Carter

Es verspricht, ein Abend zu werden, an dem klingende Saiten den Ton angeben und das Publikum verzaubern. Zum einen die sechs auf der Gitarre von Ferenc Snétberger, dann vier auf Ron Carters Bass, weitere sechs auf der Gitarre von Russell Malone und gleich deren 88 im Flügel des Pianisten Donald Vega.

Ferenc Snétberger Solo:
Den Auftakt dieses außergewöhnlichen Konzertabends macht der gebürtige Ungar Snétberger, seit vielen Jahren einer der wichtigsten europäischen Protagonisten auf seinem Instrument. Wenn der 60-Jährige gradlinigen Jazz anstimmt, dann lässt sich der Einfluss von Jim Hall heraushören. Manchmal könnte man auch der Versuchung erliegen, ihn mit Pat Metheny zu vergleichen. Aber Snétbergers Beherrschung von Flamenco, Gypsy-Jazz und anderen Stilen, seine Fähigkeit, diese nahtlos zusammenzufügen, sowie die mühelose Art und Weise, mit der er agiert, all dies unterstreicht sein singuläres Talent. 1988 siedelte der in einer musikalischen Familie groß gewordene Saitenvirtuose nach Berlin über, wo er begann, das Spektrum seiner Interessen in Einklang zu bringen: von Django Reinhardt und Roma-Musik über brasilianische und lateinamerikanische Klänge bis hin zum amerikanischen Jazz und der europäischen Klassik. Selten war Musik offener, deren Entwicklung mitreißender, spannender, bewegender.

Golden Striker Trio:
Das Golden Striker Trio zählt seit Beginn des neuen Jahrtausends zu den absoluten Lieblingsformationen von Ron Carter, dieser Instanz am Bass, die im zurückliegenden Frühjahr ihr 80. Lebensjahr vollendete. An Stelle des verstorbenen Pianisten Mulgrew Miller sitzt nun Donald Vega auf dem Klavierstuhl und durchmisst mit dem Gitarristen Russell Malone und dem alterslosen primus inter pares mit dosierten, sensiblen Schritten einen kleinen, aber wunderbaren Raum. Denn aus dem Kosmos der grenzenlosen Musik ist Ron Carter längst wieder in sein Wohnzimmer heimgekehrt: zu den Songs des Great American Songbook und seinen eigenen Originals. Eine wohlüberlegte Summe von Erinnerungen und weitgehend eine dezente Hommage an alte Freunde, die, so Carter, „in eine andere Dimension hinübergegangen sind“. Geduldig, überlegt und mit seiner ganzen natürlichen Autorität ordnen er und sein Bass die Dinge, stellen Zusammenhänge her und erklären mit wenigen, prägnanten Tönen den Lauf der Musik. Links und rechts spielen sich Malone und Vega die Bälle zu. Der Gitarrist kontrastiert das lyrisch verträumte Piano des jüngsten Bandmitgliedes unaufdringlich, aber höchst effektiv mit Blues-Einschüben oder leuchtend schwebenden Akkordbögen. Das ist große, leise Kunst.

Aktuelles Album:
Snétberger: Titok – ECM 2468/Universal
Ron Carter: Live At Theaterstübchen Kassel – In + Out IOR CD 77133-2/Inakustik


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17. Nov
Fr | 20:30 Uhr | EUR 20,- / 15,- | Modern
Sclavis / Pifarély / Courtois
„Asian Fields Variations“
Louis Sclavis (cl), Dominique Pifarély (v), Vincent Courtois (cello)
Im Rahmen des 7. Birdland Radio Jazz Festivals
Louis Sclavis
Louis Sclavis

Schon komisch: Da kreuzten sich die Wege von Louis Sclavis, Dominique Pifarély und Vincent Courtois immer und immer wieder, sei es in Duo-Projekten, bei gemeinsamen Konzerten oder auf der CD „Flying Soul“ von Aki Takase. Aber ein originäres Trio-Projekt gibt es erst jetzt. Wer das kreative Potenzial der drei Franzosen kennt, ihre Kunst, sich ausgehend von einer Komposition völlig in Kollektivimprovisationen fallen zu lassen und dabei mit größtmöglicher lyrischer Sensibilität mysteriöse, fantastische Miniaturen zu formen, der fragt sich, warum dies nicht schon viel früher geschah. Bei den „Asian Field Variations“ muss niemand nach Begrifflichkeiten suchen, obwohl sich der Klarinettist, der Violinist und der Cellist permanent auf der Schnittstelle zwischen zeitgenössischer Kammermusik und freiem Jazz bewegen. Die Motive hätte jeder mit seiner unverwechselbaren Klangsprache quasi auf die Leiber der anderen geschrieben, behauptet Sclavis. Um dann mit ihrem phänomenalen Gefühl für Sound eine Tür zu einer Parallelwelt zu öffnen. Dahinter verbirgt sich ein bisschen „Imaginaire“, etwas das sie früher noch mit dem Terminus „Folklore“ garnierten: Noten sichtbar machen. Es entstehen Bilder von Wolken, Rauch, Atem, manchmal sogar Gefühle wie Einsamkeit oder Angst. Musik, die aufwühlt.

Aktuelles Album:
Asian Field Variations – ECM 2504/Universal


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18. Nov
Sa | 20:30 Uhr | EUR 15,- / 10,- | Modern
Eva Klesse Quartett
Eva Klesse (dr), Evgeny Ring (sax), Philip Frischkorn (p), Robert Lucaciu (dr, perc)
Im Rahmen des 7. Birdland Radio Jazz Festivals
RadioJazznacht extra
Eva Klesse
Eva Klesse

Die Schlagzeugerin Eva Klesse ist in jeder Hinsicht eine Ausnahmeerscheinung. Nicht nur weil sie als Frau auf einem Instrument eine Band leitet, das der Jazz selbst heute noch viel lieber ihren männlichen Kollegen überlässt. Sondern auch weil die im westfälischen Werl geborene Künstlerin gerne als Drummerin fern jener Präpotenz agiert, die gerade andere Bands mit leitenden Rhythmikern oft so anstrengend wirken lassen. Natürlich ist Eva Klesse außerordentlich präsent. Natürlich bewegt sich das sehr strukturelle Schlagzeugspiel der Bandchefin unüberhörbar durch die Titel eines solchen Abends im „Birdland“-Jazzclub. Aber schon die schlichte Tatsache, dass neben Klesse sowohl Saxofonist Evgeny Ring, Pianist Philip Frischkorn und Bassist Robert Lucaciu am Repertoire der Formation mitkomponierten, lässt den gemeinschaftlichen Geist erahnen. Klesse und Co. beschäftigen sich auch in Neuburg mit den Songs von „Obenland“, ihrer aktuellen CD. Erklärtermaßen bezeichnet das Rätselwort einen Ort irgendwo weiter „oben“, dort wo es irgendwie schöner und besser ist – und bleiben wird. Ein Stück Sehnsucht also. Eva Klesse entwirft mit ihren Mitstreitern ganz unaufgeregt sehr poetische Fantasien von diesem fernen Glück und lädt ihr Publikum gerne ein, sie auf dieser ungewöhnlichen Reise zu begleiten. Wer ablehnt, verpasst definitiv etwas.

Aktuelles Album:
Obenland – Enja 063757964322/Soulfood


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24. Nov
Fr | 20:30 Uhr | EUR 20,- / 15,- | Modern, World
Cyminology
Cymin Samawatie (voc, comp), Benedikt Jahnel (p), Ralf Schwarz (b), Tobias Backhaus (dr, perc)
Cymin Samawatie
Cymin Samawatie

Über sämtlichen Versuchen, das Phänomen in Worte zu fassen, schwebte bislang ein mächtiges Damoklesschwert. Nahezu jeder erlag dem Kitzel, sich entweder aus dem Vokabular von Tausendundeiner Nacht zu bedienen oder Superlative an den sternenbedeckten Wüstenhimmel zu pixeln. Warum nur all dieses Pathos? Womöglich handelt es sich dabei um den zunehmend schwierigen Umgang mit dem Ungewohnten. Eine fremde, orientalische Sprache: Persisch. Eine warme Frauenstimme, die den Rhythmus dieser Sprache aufnimmt und ihre Melodie in sanfte Bögen von einem ganz besonderen Reiz formt. Dazu eine Band, die im klassischen Jazz-Setting mit Schlagzeug, Kontrabass und Flügel die Stimmung des Gesanges aufgreift, ihn sanft stützt, umspielt und die fremdartigen Takte in kleine, flirrende Muster überführt. Ost und West, Alt und Neu, Kunstlied und aktueller Jazz sind die Pole, zwischen denen Cyminology oszilliert, das Quartett der Sängerin Cymin Samawatie, die in Braunschweig als Tochter iranischer Eltern aufwuchs. Den Durchbruch schafften die vier 2005 in der „Next Generation“-Reihe des Fachmagazins Jazz thing, seit Jahren sind sie beim renommierten ECM-Label unter Vertrag. Cyminology sind die passende Antwort auf den zunehmenden Separatismus: Das Sprachrohr einer multikulturellen, modernen Welt.

Aktuelles Album:
Phoenix – ECM 2397/Universal


Online-Reservierungen können noch bis heute um 20:30 Uhr durchgeführt werden.

Sitzplatzreservierung

(Noch 10 verfügbar)
(Noch 18 verfügbar)

25. Nov
Sa | 20:30 Uhr | EUR 20,- / 15,- | Modern
Craig Taborn Piano Solo
Craig Taborn (p)
Art of Piano 195
Craig Taborn
Craig Taborn

Es gibt nur ganz wenige Pianisten, die man schon nach den ersten Tönen erkennt. Craig Taborn besitzt eine solche unverwechselbare Handschrift, obwohl er seiner überbordenden Kreativität bislang lieber in den Bands befreundeter Kollegen wie James Carter, Mat Maneri, Steve Coleman, Rudresh Mahantappa, Tim Berne, Michael Formanek, Evan Parker, Bill Frisell, Dave Douglas, Chris Potter oder Roscoe Mitchell freien Lauf ließ. Nun präsentiert sich der ebenso freundliche, bescheidene wie geniale Zeitgenosse zum zweiten Mal unter eigenem Namen nach seinem denkwürdigen Trio-Konzert im April 2013 – diesmal allein an den 88 schwarzweißen Tasten, die ihm als Ventil für seine multiplen Ideen dienen. Selten zuvor war der Name der inzwischen legendären „Birdland“-Reihe „Art Of Piano“ zutreffender als diesmal. Schließlich geht es darum, einen der interessantesten Pianisten der neuen Generation und dessen in jeder Hinsicht ungewöhnlichen Ansatz zu entdecken. „Ich mag die reine Improvisation“, sagt der 47-jährige Amerikaner aus Golden Valley/Minnesota. Zusammen mit einem stilistischen 360-Grad-Blickwinkel, diesem rasanten Umswitchen von „Inside“ auf „Outside“, vom rein akustischen Denken hin zu exzessiven elektronischen Eskapaden. Etwas, das in seiner radikalen Konsequenz bislang absolut konkurrenzlos dasteht.

Aktuelles Album:
Daylight Ghosts – ECM 2527/Universal
Sitzplatzreservierung

(Noch 28 verfügbar)
(Noch 18 verfügbar)