Programm - Februar 2018

Jazzkeller: Für Stehplätze, Thekensitzplätze und Sitzstufen ist keine Reservierung erforderlich. Stehplätze stehen immer zur Verfügung.
Der ermäßigte Preis gilt für Clubmitglieder, Schüler und Studenten.

02. Feb
Fr | 20:30 Uhr | EUR 20,- / 15,- | Mainstream
Claus Koch – Kuno Kürner Quartet
Tribute To Coleman Hawkins
Claus Koch (ts), Kuno Kürner (p), Giorgos Antoniou (b), Michael Keul (dr)
"APPLAUS-KONZERT"
Claus Koch, Kuno Kürner
Claus Koch, Kuno Kürner

Sie präsentieren Musik des Meisters, des Mannes, den viele als den wahren „Erfinder des Tenorsaxofons“ preisen. Denn Coleman Hawkins war zu Lebzeiten weit mehr als nur ein Swing-Saxofonist, der sein Instrument im Jazz etablierte. Durch seine fortschrittliche, in jener Zeit hochmoderne Spielweise ebnete „Hawk“ oder „Bean“ – so lauteten seine Spitznamen – den Weg hin zum Bebop. Das 1904 in Missouri geborene und 1969 in New York gestorbene Genie konnte sich schlechterdings in jedem musikalischem Umfeld bewegen. Von Coleman Hawkins stammen Aufnahmen mit Traditionalisten ebenso wie mit Thelonious Monk oder dem Max Roach/Abbey Lincoln Ensemble das Anfang der 1960er Jahre künstlerisches und politisches Neuland betrat. Der Tenorsaxofonist Claus Koch und der Pianist Kuno Kürner haben beide bei Barry Harris, Hawkinsʼ langjährigem Pianisten, studiert. Weil sie auf diese Weise quasi dessen Erbgut in sich aufnehmen durften, stellt die fruchtbare Zeit des Übergangs vom Swing zum Bebop für sie einen nie versiegenden Quell der Inspiration dar. Gemeinsam mit dem Bassisten Giorgos Antoniou und dem Neuburg-Dauergast Michael Keul an den Drums wollen Koch, der Swing, Bop und Ballade in einen großen bronzenen Ton einzugießen versteht, sowie der virtuos swingende Kuno Kürner den amerikanischen Jazz der 1940er und 1950er Jahre so authentisch wie nur möglich in den Hofapothekenkeller transportieren. Großes Ohrenkino!


Für dieses Konzert kann keine Reservierung mehr durchgeführt werden.

03. Feb
Sa | 20:30 Uhr | EUR 20,- / 15,- | Mainstream, Hardbop
Vincent Herring „Soul Chemistry“
Vincent Herring (as), David Kivoski (p), Essiet Essiet (b), Joris Dudli (dr)
Vincent Herring
Vincent Herring

Temperamentvoller, filigraner Neojazz mit Echtheitszertifikat: dafür steht der Name Vincent Herring seit Jahrzehnten. Der von Kritikern stets als Reinkarnation des legendären Cannonball Adderley bezeichnete Altsaxofonist, der sich weniger mit Worten als mit gespielten Tönen ausdrücken mag, hat seine Handschrift freilich im Laufe der Zeit noch wesentlich verfeinert. So liefert der im „Birdland“ schon immer gern gesehene, elegante Amerikaner zusammen mit dem Ausnahmepianisten David Kikoski, dem delikaten Bassisten Essiet Essiet und dem gehaltvollen Schweizer Drummer Joris Dudli keinen Hardbop-Reloaded-Aufguss ab. Herrings Philosophie seiner „Soul Chemistry“ geht stets vom emotionalen und technischen Maximum aus. Sein Saxofonstil bewegt sich am obersten Level. Er und seine Freunde kreieren mit Geist und Seele ein umfassendes Gemälde des zeitgenössischen Jazz, bestehend aus Soul, aber auch Rhythm & Blues, Polyrhythmen, Swing, Funk und Groove, angereichert mit interessanten harmonischen oder modalen Experimenten. Vier bis in die Zehenspitzen inspirierte und hochmotivierte Musiker bieten eine Show, bei der die Schweißperlen nicht nur den Hauptakteuren auf der Stirn stehen werden.

Aktuelles Album:
Mr. Wizard – High Note 7121/ZYX


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09. Feb
Fr | 20:30 Uhr | EUR 20,- / 15,- | Mainstream, Modern
Uli Beckerhoff Quartett
Uli Beckerhoff (tp, flh), Richard Brenner (p), Moritz Götzen (b), Niklas Walter (dr)
Uli Beckerhoff
Uli Beckerhoff

Gute Jazzmusiker, so heißt es, sind Geschichtenerzähler. Oder, modern interpretiert, vielleicht sogar Filmemacher. Auf jeden Fall sollen sie ihr Handwerk so verrichten, dass es dem Publikum nie langweilig wird. Für den Trompeter Uli Beckerhoff war Musik schon immer pures Ohrenkino mit unerwarteten Wendungen, ansprechenden Inhalten und stets wechselnden Schauplätzen. Er lebt den Jazz mit jeder Faser seines Körpers und jeder einzelnen Gehirnzelle, sei es damals mit Fusionbands wie Jazztack, Riot, Changes, dem Mild Maniac Orchestra, mit Albert Mangelsdorff, Palle Danielsson, John Scofield, Maria João, Charlie Mariano, Zbigniew Seifert, Adam Nussbaun, Jasper van’t Hof, John Abercrombie, Arild Andersen oder Volker Kriegel. Für seinen neuen Streifen hat sich der 70-Jährige mit dem Pianisten Richard Brenner, dem Bassisten Moritz Götzen und dem Schlagzeuger Niklas Walter drei junge und hochtalentierte Musiker ausgesucht. So entsteht gereifter Jazz, der sich auf Erfahrungen bauend eine hellwache Gegenwart zaubert. Beckerhoff kann inmitten seiner jungen Komplizen auf der Trompete und dem Flügelhorn sehr wandlungsfähig und auch dezidiert lyrisch agieren. Mit zu verfolgen wie selbstverständlich dies generationsübergreifend stattfindet, macht den eigentlichen Reiz dieses besonderen Konzertes aus.

Aktuelles Album:
Heroes – Dot Time Records DT 9042


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10. Feb
Sa | 20:30 Uhr | EUR 20,- / 15,- | Modern
Lisbeth Quartet
Charlotte Greve (sax), Manuel Schmiedel (p), Marc Muellbauer (b), Moritz Baumgärtner (dr)
BR Mitschnitt
"APPLAUS-KONZERT"
Lisbeth Quartett
Lisbeth Quartett

Im Personalausweis steht Charlotte. Ihre Eltern zuhause in der Lüneburger Heide und seit fast einem Jahrzehnt auch ihre Fans nennen sie freilich nur Lisbeth, nach ihrem zweiten Vornamen Elisabeth. Ein perfektes Markenzeichen, aber auch ein Weckruf für die Konzentration auf das Wesentliche. Seit Lisbeth alias Charlotte Greve mit ihrer langlebigen Workingband um den Pianisten Manuel Schmiedel, den Bassisten Marc Muellbauer und den Schlagzeuger Moritz Baumgartner die deutsche Jazzszene betrat, zeigt sie jedem, mit welch einfachen Mitteln doch große Musik möglich sein kann. Die Saxofonistin hält dem gesamten Genre völlig unaufgeregt den Spiegel vor und demonstriert, dass die wahre Innovation ganz ohne Knalleffekte vonstattengehen kann, eine Reihe von Preisen und hymnische Kritiken inklusive. Doch Zeit ist immer relativ. Dies wird durch die innere Leichtigkeit deutlich, mit der das Lisbeth Quartett seine manchmal transparente, manchmal dichte Musik entwickelt. Und durch die tiefgründigen, teils lyrischen und im besten Sinn zeitlosen Kompositionen der gerade erst 30 Jahre alt gewordenen Saxofonistin finden rätselhafte Tiefe und unaufdringliche Leichtigkeit zusammen. Letzteres resultiert vor allem aus Charlotte Greves sensiblem und meisterhaftem Spiel sowie ihrem vibrierenden, schwebenden Saxofonton. Ein Leckerbissen!

Aktuelles Album:
There Is Only Make – Traumton CD 4652-2/Indigo


Für dieses Konzert kann keine Reservierung mehr durchgeführt werden.

16. Feb
Fr | 20:30 Uhr | EUR 20,- / 15,- | Modern, Mainstream
Jorge Rossy Quartet
Jorge Rossy (vib), Aldo Caviglia (dr), Santi Delarubia (ts), Marc Cuevas (b)
Jorge Rossy
Jorge Rossy

Die Fans des „Birdland“ kennen Jorge Rossy längst. Als Drummer, vor allem an der Seite des großen Brad Mehldau, hinterließ er unauslöschliche Spuren. Tatsächlich kennengelernt haben ihn die meisten freilich erst in den vergangenen zwei Jahren, und das ausgerechnet an seinem Zweitinstrument Vibrafon, das längst zur Hauptbeschäftigung des 54-jährigen Spaniers geworden ist. Nach diversen Allstarbesetzungen (unter anderem 2017 mit Joshua Redman) sowie größeren Formationen wie Sextett oder Quintett reduziert Rossy nun seine musikalische Wunschvorstellung 2018 auf ein Quartett. Damit will er den einzelnen Instrumenten mehr Raum verschaffen und der eigenen musikalischen Vision zu größerer Durchschlagskraft verhelfen. Am besten gelingt dies natürlich mit alten Freunden, die diesmal ausschließlich aus seiner spanischen Heimat stammen. Neben dem Tenorsaxofonisten Santi Delarrubia und dem Bassisten Marc Cuevas ist dies vor allem der aus Uruguay stammende Drummer Aldo Caviglia, der auf der iberischen Halbinsel Kultstatus genießt und in den 1990er Jahren häufig im Hofapothekenkeller zu Gast war. Noch ein Novum: Das Quartett konzentriert sich weniger auf Eigenkompositionen, sondern nimmt stattdessen Standards von Bud Powell, Mingus, Jackie Mclean, Wayne Shorter oder Horace Silver ins Visier. Sehr spannend!

Aktuelles Album:
Stay Here – Pirouet PIT3096/NRW


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17. Feb
Sa | 20:30 Uhr | EUR 20,- / 15,- | Brazil, Mainstream
Cristina Braga Trio
Cristina Braga (harp, voc), Ricardo Medeiros (b), Flo Pfeifer (dr, perc)
Cristina Braga
Cristina Braga

Die Harfe und Brasilien: Seit 2009 wissen die Fans im Neuburger „Birdland“, wie dieser Spagat gewinnbringend funktioniert. Fünf Mal schon – zuletzt vor fast genau einem Jahr – begeisterte Cristina Braga seither auf überaus reizvolle Weise. Denn die attraktive Sängerin und Harfenistin an der Oper von Rio de Janeiro führt ein musikalisches Doppelleben. Auf der einen Seite frönt sie ihrer Leidenschaft für die Klassik, die sie mit Größen wie Mistislav Rostropovich zusammenbrachte. Auf der anderen liebt sie die Bossa Nova, jene spektakuläre Melange aus Samba und Jazz, die der brasilianischen Seele eine Stimme verleiht. Aus dieser Kombination entsteht eine faszinierende Palette menschlicher Gefühle, ein Strauß voller beschwingt melancholischer Melodien und Instrumentalkombinationen – schlicht: eine unbeschreibliche Magie. Natürlich kann Christina Braga, die an der Universität von Rio klassische Harfe mit Auszeichnung studierte, Harfenfestivals in Brasilien organisiert und in ihrer Heimat längst als Superstar gilt, improvisieren. Selbstverständlich lässt sie auch ihr betörendes, sanft-wärmendes Timbre erklingen, begleitet von Ehemann Ricardo Medeiros und Flo Pfeifer. Den Unterschied macht jedoch einzig Bragas unvergleichlicher Harfenklang. Nun nimmt sie die Zuhörer erneut auf ihren Flügeln zum Zuckerhut mit.

Aktuelles Album:
Samba Jazz & Love – Enja ENJ 9593 2/Soulfood


Für dieses Konzert kann keine Reservierung mehr durchgeführt werden.

Audi Forum Ingolstadt
Jazz im Audi Forum Ingolstadt
22. Feb
Do | 20:00 Uhr | EUR 25,- / 20,- |
The Uptown Jazz Orchstra & Sandro Roy
Sandro Roy (v), Franz Weyerer (leader, tp), Nemanja Jovanovic (tp), Albrecht Huber (tp), Julian Hesse (tp), Lukas Jochner (tb), Christian Landsiede (tb), Auwi Geyer (tb), Christoph Hörmann (saxes), Even Tate (saxes), Alexander von Hagke (saxes), Matthieu Bordenave (saxes), Wolfgang Roth (saxes), Tizian Jost (p), Ernst Techel (b), Matthias Gmelin (dr)
The Uptown Jazz Orchestra
The Uptown Jazz Orchestra

Eine Big Band zum Klingen zu bringen, das ist für jeden Jazzer eines seiner ultimativen Ziele. Dass sich das Uptown Orchestra um Leader und Trompetensolist Franz Weyerer in den vergangenen Jahren zu einer der meistbeschäftigten Großformationen im süddeutschen Raum gemausert hat, spricht für die Ausnahmestellung und Qualität der beteiligten Musiker. Bekannt geworden durch die Kollaboration mit dem Pianisten und Sänger „Scat Max“ Neissendorfer (die 2003 auch zur ersten Live-CD aus dem Audi Forum Ingolstadt führte), genießt das Uptown Orchestra inzwischen einen glänzenden Ruf als authentischer Transporteur des Great American Songbook von der goldenen Swing-Vergangenheit direkt in die von Pop, Remixes und Lounge dominierte Gegenwart. Ohne in Nostalgie zu versinken, verleiht die Band jedem Song mit präzisen Bläsertutti, virtuosen Soli und farbenreichen Arrangements ein frisches, groovendes, faszinierendes, unverwechselbares Gesicht. Diesmal präsentiert das Up Town-Orchestra den gerade einmal 23-jährigen, mehrfach preisgekrönten Geiger Sandro Roy, der mit seiner geschmackvollen Palette zwischen amerikanischem Bebop, lateinamerikanischer Bossa Nova und ungarischem Czardas wie das perfekte stilistische Sahnehäubchen auf dem großorchestralen Klang-Cappuccino wirkt. Ein delikates, unvergleichliches Konzertvergnügen!

Sitzplatzreservierung

(Noch 5 verfügbar)
(Noch 30 verfügbar)

23. Feb
Fr | 20:30 Uhr | EUR 20,- / 15,- | Boogie, Blues, Comedy
Martin Schmitt
„Bässdoff“
Martin Schmitt (p, voc)
Martin Schmitt
Martin Schmitt

Martin?… Genau der! Ein Wiedersehen mit dem begnadeten, wieselflinken Pianisten, dem virilen, unwiderstehlichen Sänger und dem virtuosen Entertainer aus München garantierte in der Vergangenheit stets einen Abend, nach dem sich garantiert kein einziger Besucher schlecht unterhalten fühlt. Nun kommt er wieder ins „Birdland“ und zieht dort eine Bilanz aus drei Jahrzehnten Bühnenleben, in dem schon mancher bei geschlossenen Augen vermutete, vor ihm sänge, spiele und kalauere gerade entweder Herr Williams, Herr Cullum oder Herr Bublé. Freilich nur bis zu jenem Zeitpunkt, an dem Herr Schmitt beginnt, seine eigenen bayerischen Songs und Gedichte vorzutragen und diese dann mit Blues und Boogie Woogie zu einer unvergleichlichen Melange anzurühren. Der gerade eben erst 50 Jahre jung gewordene weißblaue Kosmopolit verfügt über einen Sensor für niemals platten Humor und lässt die stilistischen Schranken im Minutentakt purzeln. Das Motto „Bässdorff“ darf man an diesem Abend ruhig wörtlich nehmen. Martin Schmitt präsentiert die Highlights aus seinen erfolgreichen Programmen „Schmitt“, „Aufbassn!“ und „Von Kopf bis Blues“. Dabei erweist er sich einmal mehr als Improvisationsgenie, das mit Tasten wie mit Worten gleichermaßen zu spielen vermag. Nicht verpassen!

Aktuelles Album:
Vom Kopf bis Blues – Eigenverlag


Die Sitzplätze für dieses Konzert sind ausverkauft. Für Stehplätze ist keine Reservierung erforderlich.

24. Feb
Sa | 20:30 Uhr | EUR 20,- / 15,- | Modern
Simon Nabatov Trio
Simon Nabatov (p), Stefan Schoenegg (b), Dominik Mahnig (dr)
Art of Piano 198
"APPLAUS-KONZERT"
Simon Nabatov
Simon Nabatov

Konzerte mit dem in Moskau geborenen, aber schon seit Jahrzehnten in Köln lebenden Pianisten Simon Nabatov gleichen einem akustischen Hurrikan. Denn der 58-jährige Tastenkünstler ist ein Rasender, ein hochemotionaler Künstler und virtuoser Tänzer auf dem Elfenbein. Einer der Empfindungen und Eindrücke in dichte, komplexe Musik überführen kann, durchzogen von glimmenden Spuren schlichter Poesie. Nabatov packt seine Visionen in dynamisch spannende Kompositionen, die voller Überraschungen stecken und jede Menge Raum für spontane Einfälle und Improvisationen lassen. Für das Trio mit dem Schweizer Schlagzeuger Dominik Mahnig und dem Konstanzer Bassisten Stefan Schönegg schrieb das Energiebündel ein komplett neues Programm. Kein Freejazz, wie man nach einem Blick in die Vita des schwergewichtigen Mannes am Flügel möglicherweise vermuten könnte. Für seine oft langen Stücke nutzt er kompositorische Elemente der Klassik ebenso wie Motive und Formen des Jazz oder des Blues. Nabatov will nicht unterhalten, an schon Bekanntem andocken und Vertrautes aufwärmen, sondern überraschen, von einer unerwarteten Seite her packen, mitreißen und überwältigen. Dies gelingt ihm gerade im Trioformat immer wieder auf besonders nachhaltige Art und Weise. Ein musikalisches Naturereignis!

Aktuelles Album:
Picking Order – Leo Records CD LR 765
Sitzplatzreservierung

(Noch 34 verfügbar)
(Noch 16 verfügbar)