Man hätte es ja fast schon ahnen können. Nach 2013, 2015, 2017, 2019, 2021 und 2023 hat sich der Neuburger Birdland-Jazzclub wieder um den „Applaus“, den Spielstättenpreis der vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien beworben. Und die Auszeichnung auch prompt erhalten. Und so fuhr Birdland-Chef Manfred Rehm dieser Tage nach München, um die Auszeichnung entgegen nehmen. Nach Bernd Neumann, Monika Grütters und Claudia Roth in den vergangenen Jahren wurde er ihm diesmal von Staatsminister Wolfram Weimer überreicht.
Seit 2013 hat sich einiges geändert. „Damals wurden die Häufigkeit und die Regelmäßigkeit von Konzertveranstaltungen besonders gewürdigt“, sagt Rehm, „heute geht es um die Qualität der Livemusikprogramme des Vorjahres, also um das, was wir 2024 gemacht haben.“ Der Preis, umfasst insgesamt rund zwei Millionen Euro, wird in verschiedenen Kategorien verliehen und dient der finanziellen Stärkung von kleineren und mittleren Livemusikclubs, die oftmals mit hohem finanziellem Risiko ein kulturell herausragendes Programm anbieten, soll die soziale Bedeutung von Livemusikspielstätten unterstreichen und Aufmerksamkeit erregen für die strukturellen Herausforderungen und Belange der Spielstätten in den Kommunen und Regionen. Für das Birdland bedeutet das eine Zuwendung von insgesamt 40.000 Euro, die Rehm ganz gezielt einsetzen will. „Das Geld wird zum Großteil in die Gagen für junge Musiker laufen“, sagt er. „Wir haben junge Musiker ja schon immer gefördert. Das machen wir nun verstärkt, indem wir ihnen die gleichen Gagen anbieten wie den international renommierten Bands und Künstlern, die regelmäßig bei uns zu Gast sind. Erstens, damit sie davon ihr Leben finanzieren und zweitens, um sie auf eine Stufe zu Stellen mit Künstlern, die schon lange im Geschäft sind.“
Direkt wird sich das Preisgeld aber erst zeitversetzt auswirken, weil „wir die Planungen und die Kalkulation für 2026 zum überwiegenden Teil schon zu einem Zeitpunkt abgeschlossen haben, als wir noch gar nicht wussten, dass wir diese Zuwendung bekommen würden.“ Ein finanzielles Polster zu haben, tut immer gut. „Hotel- und Restaurantkosten, Reise- und Transportkosten – alles ist wesentlich teurer geworden in letzter Zeit“, erzählt er. „Aber nur weil alles teurer, unzuverlässiger und komplizierter wird, würden wir keineswegs auf die Idee kommen, in Zukunft weniger Veranstaltungen anzubieten oder Abstriche an der Qualität zu machen. Nein, an Häufigkeit und Form der Konzerte, mit denen wir seit Jahrzehnten gute Erfahrungen gemacht haben, werden wir auf keinen Fall etwas ändern.“ – Womit das Preisgeld bestens angelegt und das Birdland solide aufgestellt ist. Gute Nachrichten in Zeiten der kulturellen Abwärtsspirale.

