Tristano Unchained

15. Mär
Fr | 20:30 Uhr | EUR 20,- / 15,- | Modern
Tristano Unchained
Julian Bossert (as), Stefan Karl Schmid (ts), Thomas Rückert (p), Cavin Lennig (b), Fabian Arends (dr)
Julian Bossert (F: Bossert-Archiv)
Julian Bossert (F: Bossert-Archiv)

Möglicherweise könnten ausgewiesene Cineasten beim Bandnamen „Tristano Unchained“ an den preisgekrönten Hollywood-Blockbuster „Django Unchained“ von Quentin Tarantino denken. Jazz-Afficionados wissen aber, dass hier niemand anderer als Lennie Tristano gemeint ist. Der blinde Pianist und Komponist verpasste dem Bebop Ende der 1940er Jahre eine radikale Kurskorrektur, als er seine Erfahrungen aus der klassischen Musik, der Polytonalität der Moderne und dem Kontrapunkt des Spätbarocks mit den swingenden Blue Notes des afroamerikanischen Jazz verwob. Seine Kompositionen weckten vor allem das Interesse jener, die später dem Cool Jazz zugeordnet wurden. Dass Tristano aber auch in der Gegenwart nach wie vor Musikerinnen und Musiker inspiriert, belegt der Saxofonist Julian Bossert mit seinem Projekt, zu dem noch der Tenorsaxofonist Stefan Karl Schmid, der Pianist Thomas Rückert, der Bassist Calvin Lennig und der Drummer Fabian Arends gehören. Bossert und Co. spielen dabei nicht einfach nur Standards; sie experimentieren lustvoll und gleichberechtigt mit der Akkordfolge eines schon vorhandenen Stückes, über das eine neue Melodie läuft, und lassen dabei neue Kompositionen entstehen. Lennie Tristano nannte diese Kunst „Contrafact“ – die Kunst der Kontrafaktur. Ein Fest für Menschen mit offenen Ohren!

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