Es kommt selten vor, dass es Musikern gelingt, über die Dauer eines ganzen Konzertes hinweg eine konstante Atmosphäre beizubehalten. Dem gebürtigen Schweizer Saxofonisten Daniel Guggenheim gelingt dies immer wieder, weil er nie ohne konzeptionelle Grundidee in ein Konzert geht. Derzeit geht es bei ihm um das Spiel mit Farben, getreu dem Motto seines aktuellen Albums „Red, Orange And Blue“. Für den 71-Jährigen stehen sie für Emotionen und Gefühlszustände in unterschiedlichen Facetten. Kritiker zählen den gebürtigen Schweizer, der sich der Tradition John Coltranes verbunden fühlt und seit rund 40 Jahren in Deutschland lebt, zu den ausdrucksstärksten Saxofonisten der Gegenwart. Wie kaum ein anderer wandert Guggenheim in seinem Spiel mühelos zwischen energetisch-kraftvollen und lyrisch-sinnlichen Passagen. Und so ist es kaum verwunderlich, dass seine Komposition oft als Balladen konzipiert sind, aber klassischen Hörerwartungen bisweilen widersprechen. Wenn Schlagzeuger Silvio Morger in seinem Solo Toms und Becken bearbeitet, Pianist Sebastian Sternal und Bassist Dietmar Fuhr ihre Instrumente brodeln lassen und zusammen mit Guggenheim ein intensives Crescendo aufbauen, wird vor allem eines deutlich: dass Sehnsucht ein quälendes, bisweilen überaus schmerzhaftes Gefühl sein kann.
Aktuelles Album:Red, Orange And Blue – Laika/Galileo MC
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