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Meine
sehr verehrten Damen und Herren,
mit dem Neuburger Kulturpreis soll heuer auch der Birdland Jazzclub e.V.
geehrt werden. Die Idee ist naheliegend. Denn es wird durch Wiederholung
nicht weniger wahr: Das Neuburger Birdland genießt internationales Renommeé.
Der Jazzclub hat sich in den letzten fünfzehn Jahren von einem eher regional
bedeutsamen Fanclub zu einem international erfolgreichen Veranstalter hoch-
und höchstkarätiger Konzerte gemausert. Das ist zuallererst und nahezu
einzig seinem langjährigen Präsidenten zu verdanken, Manfred Rehm, der dem
Club als stolzes Gründungsmitglied seit 1958 angehört.
Unter Rehms Ägide hat der Birdland Jazzclub seit 1985 dafür gesorgt, dass
die Stadt Neuburg an der Donau in der Welt der improvisierten Musik einen
mehr als wohlklingenden Namen hat. Das Birdland ist das kulturelle
Aushängeschild unserer Heimatstadt und erzeugt für Neuburg eine
unvergleichliche und unschätzbare internationale Breitenwirkung. Von New
York bis London, von Madrid bis New Orleans, von Japan bis Norwegen, überall
in der Welt des Jazz ist das Birdland in Neuburg ein positiver Begriff.
Große Stars haben hier in den letzten Jahren gespielt, allein im Jahr 2001
sind mit der Chartprinzessin Jane Monheit, von deren Neuburger Auftritt das
Magazin Focus eine ganze Bildseite veröffentlichte, mit Klaus Doldinger,
Albert Mangelsdorff und den German Jazz Masters, mit Geri Allen, Clark Terry
und den Heath Brothers, Ray Brown, Paul Kuhn, James Moody und Dusko
Goykovich Persönlichkeiten aufgetreten, die in jedem Jazzlexikon etlichen
Spaltenplatz belegen, eine wandelnde Phalanx der Geschichte und Gegenwart
des Jazz.
Wohl gemerkt, es handelt sich zum großen Teil um Musiker, die die großen Säle gewohnt sind, kaum mehr in Clubs
auftreten, auch in den USA nicht, die jedoch für das Birdland gern eine
Ausnahme machen. Für Januar angesagt sind Benny
Bailey und - freuen wir uns darauf - Hank Jones.
Eine solche Aufzählung - allein aus diesem Jahr - hat nichts mit
Name-dropping zu tun. Sie soll nur zeigen, auf welchem Niveau sich das
Programm des Birdland Jazzclubs bewegt. Was in Burghausen einmal im Jahr für
Aufsehen sorgt, was Ingolstadt nur mit erheblichem Sponsorenaufwand für zwei
Wochenenden im Jahr auf die Beine stellt, was die Landeshauptstadt München
nicht auf diesem Niveau und Augsburg gar nicht erreicht, das schafft Manfred
Rehm hier bei uns in Neuburg an der Donau das ganze Jahr über mit
gleichbleibend hohem künstlerischem Anspruch. Selbstverständlich ist das
auch in Neuburg nur möglich mit Hilfe des Einsatzes erheblicher städtischer
Mittel und der Unterstützung treuer und generöser privater Mäzenaten.
Das Programmspektrum des Birdland Jazzclubs ist von faszinierender Vielfalt
und Offenheit und bietet immer wieder echte Highlights für jeden
Jazzgeschmack. Old-Time Fans kommen ebenso auf ihre Kosten wie die Jünger
der Avantgarde, Mainstream-Hörer ebenso wie Abenteuerlustige, ältere
Semester ebenso wie Jazzeinsteiger. Allein schon die Reihe "Art of Piano"
setzt Maßstäbe.
Die Musiker fühlen sich
ausgesprochen wohl in unserer Stadt. Das kommt nicht von ungefähr. Neben der
unvergleichlichen Atmosphäre im Gewölbe des Jazzkellers mit seiner
hervorragenden Akustik, neben dem von Pianisten immer wieder hochgelobten
und gut gepflegten Bösendorfer Flügel ist es auch die persönliche Beziehung,
die den Musikern den Weg nach Neuburg leicht macht.
Wer einmal beobachtet hat, mit welcher konzentrierten Aufmerksamkeit Manfred
Rehm Kontakt zu den Musikern knüpft, wie detailbewusst er ihnen die
möglichst optimalen Auftrittsbedingungen zu stellen weiß, wie konsequent er
die Musik in den Mittelpunkt stellt, der wird verstehen, warum auch die
Stars ebenso gern wieder kommen wie die Newcomer - und das Publikum, denn
Rehm ist in einem Punkt unerbittlich: seinem Qualitätsbewusstsein. Im
Neuburger Jazzclub wird Musik ohne Netz und doppelten Boden geboten, ohne
Filter, ohne Gimmicks, ehrlich und akustisch.
In letzter Zeit hat auch der Bayerische Rundfunk mehr und mehr entdeckt,
welches jazzige Kleinod sich im Keller unter der Hofapotheke in unserer
Altstadt etabliert hat; etliche Livemitschnitte haben die Radiohörer in den
letzten Jahren serviert bekommen.
Es spricht für den rastlosen Einsatz Manfred Rehms auch in diesem Bereich,
dass er gerade heute mit den verantwortlichen Chefs beim Bayerischen
Rundfunk über die weitere Kooperation spricht, die in Zukunft auch auf den
ORF ausgedehnt werden soll, ein wichtiger Termin für den Club, der -
langfristig vereinbart - leider nicht mehr zu ändern war.
Kaum ein Jazzclub kann auf eine eigene CD-Reihe blicken. Zehn künstlerisch
und klanglich wohlgelungene CD's sind bisher erschienen, zum Teil auf
international renommierten Labels. Die neueste Produktion des Full Moon Trio
ist seit wenigen Wochen auf dem Markt, hat bereits hervorragende Kritiken in
den einschlägigen Fachzeitschriften erhalten und wird am kommenden Sonntag
in einem Konzert vorgestellt.
Meine Damen und Herren, ich kann allen hier Anwesenden nur ans Herz legen,
die Gelegenheit wann immer es geht beim Schopf zu packen und den
Facettenreichtum des Jazz hier in unserer Stadt zu genießen in einem der
anerkannt schönsten Jazzclubs Deutschlands. Wir sitzen an einer reichlich
sprudelnden Quelle lebendiger Musik.
Wie gesagt, die Idee ist naheliegend und die Stadt Neuburg an der Donau kann
sich nur glücklich schätzen. Der ehrenamtliche Einsatz des Birdland
Jazzclub, namentlich seines Präsidenten Manfred Rehm, prädestiniert den Club
geradezu für die heute anstehende Ehrung.
Mit der Laudatio anlässlich der Verleihung des Kulturpreises der Stadt
Neuburg an der Donau an den Birdland Jazzclub e.V. erlaube ich mir den
Wunsch zu verbinden, dass der Mut nicht sinke, die Anerkennung stabil
bleibe, die Kooperation fruchtbar sei und der Jazzclub auch in Zukunft so
vorbildliche Kulturarbeit leiste - zum Wohl der Stadt und ihrer Bürgerinnen
und Bürger.
Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit.
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